18.11.2016

BRONCHIALKARZINOM Lungenkrebs-Symptome zeigen sich erst spät

Wer den Zigaretten abschwört, senkt sein Lungenkrebs-Risiko deutlich.

Foto: ©iStock/serdjophoto

Wer den Zigaretten abschwört, senkt sein Lungenkrebs-Risiko deutlich.

Die Anzeichen bei Lungenkrebs sind oft unspezifisch, Vorsorgeuntersuchungen gibt es bislang nicht. Auf was Sie deshalb achten sollten!

 

Anfangs verursacht Lungenkrebs meistens keine Beschwerden. Denn das Lungengewebe selbst hat keine Schmerzrezeptoren. Weil das Bronchialkarzinom eher langsam wächst und sich über Jahre entwickelt, zeigen sich die ersten Symptome spät – und sind meist wenig aussagekräftig.

Lungenkrebs: Achten Sie auf diese sieben Anzeichen!

Die wichtigsten Symptome bei Lungenkrebs:

  1. anhaltender Husten

  2. chronischer Husten, der bereits vom Arzt abgeklärt wurde, sich jetzt aber verschlimmert

  3. Kurzatmigkeit

  4. Gewichtsverlust

  5. Abgeschlagenheit

  6. Auswurf mit Blutbeimengungen

  7. Fieberschübe

Viele Raucher gehen bei Verdacht auf Lungenkrebs zu spät zum Arzt

Diese Symptome werden vor allem von Rauchern oft nicht ernst genommen. Viele haben sogenannten Raucherhusten, finden das ganz normal und übersehen dabei, dass es sich um ein Anzeichen der Lungenkrankheit COPD oder sogar Lungenkrebs handeln könnte. Fakt ist jedoch, dass 90 Prozent der Patienten mit Lungenkrebs Raucher sind oder lange geraucht haben, wie der Krebsinformationsdienst warnt.

Mögliche Anzeichen von Lungenkrebs rasch abklären lassen

Jedes dieser Anzeichen sollte ein Grund sein, zum Arzt zu gehen. Ein Screening für Lungenkrebs, wie es das bei Brustkrebs und Darmkrebs gibt, steht zwar noch nicht zur Verfügung. Dabei belegt Lungenkrebs mit knapp 50.000 Neuerkrankungen pro Jahr nach Brust- und Darmkrebs Platz drei der häufigsten Krebserkrankungen.

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Bei jedem der aufgeführten Symptome wird der Arzt zu einer genauen Abklärung raten, etwa mit Röntgen, Computertomographie und falls nötig einer Lungenbiopsie (Gewebeentnahme). Falls sich der Verdacht bestätigt, wird der Lungenkrebs gezielt, je nach seiner Form und seinem Stadium, behandelt.

Lungenkrebs gezielt behandeln, Lebenserwartung steigern

Die häufigste Form von Lungenkrebs ist nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC – non small cell lung cancer). Dazu gehören:

  1. das Plattenepithelkarzinom (entsteht auf der Schleimhaut in den Bronchien)

  2. das Adenokarzinom (geht von drüsenartigen Zellen der Atemwege aus) sowie

  3. das großzellige Lungenkarzinom

Seltener ist der kleinzellige Lungenkrebs (SCLC – small cell lung cancer).

Bis vor wenigen Jahren war die Diagnose Lungenkrebs mit einer extrem eingeschränkten Lebenserwartung verbunden. Die meisten Patienten überlebten nicht einmal das nächste Jahr. Mit neu entwickelten Medikamenten hat sich die Therapie von Lungenkrebs erheblich verbessert.

Wirkstoffe, die den Krebs sozusagen aushungern (Angiogenesehemmer) und andere, die das Wachstum des Tumors blockieren (EGFR-Inhibitoren – die Abkürzung steht für Epidermal Growth Factor Receptors) haben die Überlebenszeit verlängert. Vor allem, wenn der Krebs noch nicht in Lymphknoten gestreut hat, sind die Heilungschancen hoch.

Eine weitere, neue Entwicklung bei Lungenkrebs: Die Zahl der Betroffenen sinkt, allerdings vorerst nur bei Männern. Bei ihnen haben die Anti-Rauch-Kampagnen vermutlich besser gewirkt als bei Frauen. Die Anzahl der Raucherinnen nimmt nämlich im Gegenteil zu – und damit auch das Vorkommen von Lungenkrebs.

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