14.06.2016

Brüchige, splitternde Nägel So werden Sie Nagelpilz los - da reichen keine Hausmittel!

Monika Preuk

Gesunde Nägel glänzen matt und sind kräftig. Nagelpilz macht sie brüchig und gelb.

Foto: ©istock/Osuleo

Gesunde Nägel glänzen matt und sind kräftig. Nagelpilz macht sie brüchig und gelb.

Eine Nagelpilz-Infektion ist hartnäckig und ruft typische Symptome hervor. Woher Nagelpilz kommt und wie Sie ihn behandeln, erfahren Sie hier!

Nagelpilz an Füßen oder Händen kommt häufig vor: Jeder fünfte Deutsche soll betroffen sein. Die Symptome einer Onychomykose, so die medizinische Bezeichnung für Nagelpilz, sind sehr charakteristisch. Diese Anzeichen ruft die Infektion hervor:

  • Die Nägel schimmern nicht mehr, sondern werden stumpf und matt.
  • Der betroffene Nagel bekommt eine weiße Stelle oder verfärbt sich stellenweise gelb oder braun.
  • Der Nagel verdickt.
  • Die Nagelschichten heben sich ab.
  • Nach und nach trennt sich die Nagelplatte vom Nagelbett.
  • Manchmal breitet sich der Nagelpilz auch vom Nagelhäutchen nach oben aus.
  • Der Nagel wird krümelig und löst sich auf.

Aus Fußpilz wird oft Nagelpilz

Meist ist die Ursache bei Fußnagelpilz ein Fußpilz. Wird dieser nicht ausreichend behandelt, greifen die Erreger auch die Fußnägel an. Nagelpilz ist also ansteckend. Auslöser sind spezielle Fadenpilze (Dermatophythen), seltener Hefepilze (Candida albicans) oder Schimmelpilze. Sie werden vor allem indirekt übertragen – also im Bad, bei gemeinsam benutzter Nagelschere oder Nagelfeile sowie über die Wäsche.

Die Erreger nisten sich auf der Hautoberfläche ein. Wenn die Abwehrkräfte mal nicht so gut aufgestellt sind, die Haut aufgeweicht ist oder eine winzige Verletzung aufweist, dringen sie in Haut und Nagel ein und lösen nach und nach die typischen Symptome der Pilzinfektion aus.

Risikofaktoren für Nagelpilz

Bestimmte Faktoren machen besonders anfällig für Nagelpilz:

  • Ihre Füße sind besonders beansprucht und Sie schwitzen viel. Das betrifft nicht nur Menschen, die sich im Job viel bewegen müssen, etwa Pflegepersonal oder Servicekräfte. Auch Sportler sind hier betroffen. Die Füße schwitzen, Haut und Fußnägel weichen dadurch auf.
  • Sie haben Diabetes. Die Folge der Zuckerkrankheit: Die Abwehrkräfte sind etwas geschwächt und die Hautfunktion ist manchmal gestört. Hautinfektionen und Nagelpilz betreffen deshalb häufig Diabetiker. Sie müssen besonders sorgfältig auf jede Haut- und Nagelveränderung achten.
  • Wenn Sie älter sind – mit zunehmendem Alter kann es zu Durchblutungsstörungen kommen. Das betrifft auch die Haut. Ihre Barrierefunktion ist nicht mehr so stark wie in jungen Jahren.

Nagelpilz durch Kunstnägel?

Ein zusätzlicher Risikofaktor: Kunstnägel. Klar, sie sehen gepflegt aus. Allerdings sollte das Nagelstudio extrem hygienisch arbeiten. Denn Nagelpilz ist ansteckend, über das Arbeitsgerät und anderes Zubehör könnten sich Dermatophyten ausbreiten.

Außerdem belasten die verwendeten Chemikalien die Nagelplatte. Zusätzlich können sich in kleinsten Lücken unter den Gelnägeln oder Acrylnägeln Erreger sammeln. Werden die Nägel dann über einen längeren Zeitraum getragen – was meist der Fall ist – kann sich darunter Nagelpilz bilden. Erst beim Auswechseln der Nägel wird das offensichtlich.

Diagnose Nagelpilz

Zwar lässt sich Nagelpilz meist gut erkennen, auch wenn Sie keine medizinische Vorbildung haben. Dennoch kann es wichtig sein, dass der Hautarzt die genaue Diagnose übernimmt, denn verschiedene Krankheiten lösen ähnliche Anzeichen auf den Nägeln aus:

  • Mineralstoffmangel
  • Lebererkrankungen
  • Hautkrebs unter dem Nagel

Der Hautarzt nimmt eine kleine Probe des befallenen Nagels. Das Material wird im Labor genau untersucht. So lässt sich feststellen, ob es sich tatsächlich um Nagelpilz handelt und welcher Pilzerreger die Onychomykose ausgelöst hat. Das ermöglicht eine zielgerichtete Behandlung.

Behandlung von Nagelpilz – helfen auch Hausmittel?

Nagelpilz heilt meist nicht von selbst aus. Eine Behandlung muss also in Angriff genommen werden. Je nachdem, wie stark ausgeprägt der Nagelpilz ist, eignen sich dafür verschiedene Therapien. Ist nur ein Nagel und nicht die gesamte Fläche betroffen, kann man die Pilzinfektion meist durch Selbstbehandlung, zum Beispiel mit medizinischem Nagellack, in den Griff bekommen. Oberste Regel dabei: Sie müssen geduldig und konsequent behandeln, denn es kann bis zu ein Jahr dauern, bis der Nagelpilz vollständig ausgeheilt und ein gesunder Nagel nachgewachsen ist.

Hausmittel wie Essig oder hochprozentiger Alkohol zum Abtupfen eignen sich nur begrenzt zur Therapie einer Nagelpilzinfektion. Auch mit Teebaumöl lässt sie sich meist nicht gründlich behandeln, das Naturheilmittel kann die Pilzsporen im Gegensatz zu Anti-Pilz-Nagellack nicht für immer vertreiben.

Nagelpilz – diese Medikamente sind empfehlenswert

  • Achten Sie bei Nagelpilz auf penible Hygiene. Schneiden und feilen Sie den befallenen Nagel möglichst sorgfältig. So senken Sie das Risiko, dass sich der Nagelpilz noch ausbreitet. Tragen Sie dabei Einmalhandschuhe und desinfizieren Sie nach dem Nagelschneiden Schere und Feile.
  • Verschiedene Antimykotika (Medikamente gegen Pilze) lassen sich örtlich anwenden. Zur Auswahl stehen in erster Linie medizinische Nagellacke. Mit den Anti-Pilz-Mitteln muss der Nagelpilz regelmäßig behandelt werden. Antimykotika töten die Pilzerreger und ihre Sporen ab, ein gesunder Nagel kann nachwachsen.
  • Reichen diese Maßnahmen nicht oder ist der Nagelpilz sehr ausgeprägt, ist eine Behandlung durch den Arzt erforderlich. Steht der Pilzerreger fest, kann der Arzt zusätzlich zur lokalen Behandlung Tabletten verschreiben. Allerdings ist diese sogenannte systemische Pilzbehandlung oft nicht frei von Nebenwirkungen.
  • Eine weitere, neue Option der Behandlung von Nagelpilz ist der Laser. Der gebündelte Hitzestrahl soll die Pilzerreger abtöten. Weil die Wirkung dieser Therapie bei Onychomykose noch nicht abschließend untersucht ist, zahlen die Krankenkassen diese Behandlung jedoch nicht.

Meist reicht lokale Behandlung mit Anti-Pilz-Nagellack

Als letzte Möglichkeit besteht die chirurgische Entfernung des gesamten Nagels. Die operative Entfernung wegen Pilzbefall wird jedoch heute kaum noch angewendet. Das Risiko für folgende Entzündungen ist zu groß und dazu kommen auch noch starke Schmerzen nach der Operation.

Der massive Eingriff ist auch deshalb nicht mehr nötig, weil es hochwirksame, lokale Mittel gegen Nagelpilz gibt. Der Wirkstoff im Nagellack gegen den Pilz kann jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn Sie die Behandlung konsequent durchführen und weitere Ansteckung vermeiden. Achten Sie also auch nach Abheilen des Nagelpilzes darauf, ob sich erneut Symptome der Infektion zeigen.

Ausführliche Informationen dazu, wie Sie einen Nagelpilz am besten behandeln, finden Sie im Ratgeber auf lifeline.de.

So vermeiden Sie ein Wiederaufflammen der Nagelpilz-Infektion:

  • Desinfizieren Sie Schuhe und Socken, bis der Nagelpilz vollständig verschwunden ist.
  • Laufen Sie nicht barfuß. Nicht nur auf Teppichen, auch auf glatten Böden halten sich Pilzerreger. Verzichten Sie in diesem Zusammenhang auf den Besuch von Sauna und Schwimmbad, so lange Sie noch Nagelpilz haben.
  • Benutzen Sie für den Fuß, an dem der Nagelpilz auftritt, ein eigenes Handtuch, das Sie täglich wechseln – oder nehmen Sie zum Abtrocknen Küchenpapier.
  • Wenn Sie nicht alleine schlafen – tragen Sie im Bett eine Socke an dem Fuß mit dem Nagelpilz.

Diese Maßnahmen sind nicht nur bei Nagelpilz, sondern auch bei seiner Vorstufe Fußpilz empfehlenswert. Und sie liegen nicht nur in Ihrem eigenen Interesse, sondern schützen auch alle diejenigen, mit denen Sie Kontakt haben.

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