09.05.2016

Wie bitte? Cannabis: Gibt es jetzt bald auf Rezept?

Foto: © penRangeStock

Das Bundeskabinett hat am 4. Mai 2016 einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der es Schmerzpatienten erlaubt, Cannabis auf Rezept zu bekommen.

 

Die Meinungen zu Marihuana sind gespalten. Zwar handelt es sich bei der Pflanze immer noch um ein Rauschmittel, Schmerzpatienten hingegen dient es tatsächlich zur Linderung. In einigen Bundesstaaten der USA gibt es „Gras“ daher schon seit langem auf Rezept. Auch in Deutschland fordern viele, Cannabis für medizinische Zwecke zu legalisieren.

Ja zu medizinischem Cannabis

Jetzt scheint es endlich einen Fortschritt in dieser Debatte zu geben! Das Bundewkabinett hat am 4. Mai 2016 einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der Schmerzpatienten ab 2017 erlaubt, Marihuana auf Rezept verordnet zu bekommen. Die Kosten sollen von den Krankenkassen übernommen werden, sofern die Therapie wissenschaftlich begleitet wird. Denn: Viel über die tatsächliche Wirksamkeit weiß man noch nicht. „Wir müssen noch mehr über den wirklichen Nutzen wissen“, erklärt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

Was man bisher weiß ist, dass vor allem Patienten, deren Schmerzen eine spastische Komponente haben, wie beispielsweise bei der multiplen Sklerose, einer Querschnittslähmung oder Nervenverletzung, von Cannabis profitieren können. Patienten mit neuropathischen Schmerzen bei HIV, bei denen erprobte Verfahren versagen, können in Einzelfällen ebenfalls eine deutliche Schmerzlinderung durch Marihuana erzielen.

Staatlich kontrollierter Anbau

Demnach sollen betroffene Patienten, bei denen andere Therapien wirklich nicht helfen, zukünftig getrocknete Cannabisblüten oder -extrakte in Apotheken legal erhalten. Für den Anfang sollen Pflanzen und Extrakte importiert werden. Ein staatlich kontrollierter Anbau von Medizinal-Hanf sei aber in Planung.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft begrüßte den Beschluss, den therapeutischen Einsatz von Substanzen aus der Hanfpflanze, den Cannabinoiden, endlich zuzulassen.

Nebenwirkungen

Ganz so spaßig, wie das alles klingen mag, ist es dann aber doch nicht. Unter einer Hanf-Therapie kann es zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel, kognitive Beeinträchtigungen und Stimmungsschwankungen kommen. Die Risiken bei einer Langzeit-Behandlung sind noch nicht klar!

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