Ob Sie in Deutschland oder im Ausland Urlaub machen – im Sommer sind Verdauungsprobleme leider ein häufiges Übel. Hier die wichtigsten Tipps, was Sie bei Problemen mit Magen und Darm tun können.
Fremdes Klima, ungewohnte Kost, mangelnde Hygiene - da sind Verdauungsprobleme fast vorprogrammiert. Doch auch wer zu Hause urlaubt, in der Nordsee schwimmt oder in den Alpen wandert, ist davor nicht gefeit. Schon kleine Änderungen können Magen und Darm durcheinander bringen.
Häufigste Gefahr: Erbrechen und Durchfall
Krankheitskeime verbreiten sich meist über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel und vermehren sich bei Wärme rasend schnell.
Zwar sind die meisten Magen-Darm-Infektionen harmlos und verschwinden nach wenigen Tagen wieder. Doch verliert der Körper bei Durchfall viel Wasser und Mineralien und trocknet leicht aus. Besonders groß ist die Gefahr für Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, Diabetiker und ältere Menschen.
Erste Hilfe bei Magen-Darm-Problemen
- Schnell den Verlust von Wasser, Salzen und Zucker ausgleichen! Besonders praktisch dafür sind spezielle Elektrolyt-Glucose-Pulver, die es in der Apotheke gibt und die nur noch in Wasser eingerührt werden müssen. Sie enthalten genau jene Salze und Zucker im richtigen Verhältnis, die der Körper jetzt am meisten braucht.
- Im Notfall selbst eine Lösung herstellen: 3 bis 4 TL Zucker, ½ bis ¾ TL Salz auf 1 Tasse Orangensaft geben und mit mindestens ½ Liter (abgekochtem) Wasser auffüllen.
- Bei schwerem Durchfall auf Hausmittel wie Salzstangen und Cola verzichten. Starke Wasser- und Elektrolyt-Verluste werden damit nicht ausgeglichen, Koffein kann sogar zusätzlich austrocknen!
- Medikamente, die akuten Durchfall stoppen, nur im Notfall nehmen, etwa um eine Busfahrt zu überstehen. Denn der Erreger bleibt damit weiter im Darm und schädigt die Schleimhaut.
- Bei schwerem, blutigem Durchfall oder Fieber gleich zum Arzt!
Vorbeugung
- Besonders in südlichen Ländern und bei mangelndem Hygienestandard nur Gekochtes beziehungsweise Gebratenes und Obst nur geschält essen. Salate, Rohkost, Speiseeis, Leitungswasser - auch Eiswürfel - meiden.
- Vorsicht mit lauwarm servierten Speisen. Lieber à la carte bestellen als vom Buffet schlemmen.
Gefahr: Verstopfung
Magen und Darm sind 'Gewohnheitstiere': Sie lassen sich schon beim geringsten Anlass durcheinander bringen, zum Beispiel bei ungewohnten Speisen, geändertem Tagesrhythmus oder wenn Sie sich vor einer fremden Toilette ekeln.
Erste Hilfe
- Viel Flüssigkeit und Ballaststoffe (zum Beispiel in Obst, Gemüse, Vollkorn) zu sich nehmen. Vorsicht allerdings in exotischen Ländern! Dort besser zu Weizenkleie, Leinsamen oder indischen Flohsamenschalen greifen, die Sie im Idealfall bereits zu Hause besorgt und auf die Reise mitgenommen haben.
- Etwas Sport bringt auch den Darm in Bewegung.
- Abführmittel nur im Notfall und einmalig einsetzen.
Vorbeugung
- Neigen Sie zu Blähungen und Verstopfung, schon auf der Reise möglichst viel bewegen und viel trinken - am besten stilles Mineralwasser, Saft oder Tee.
Lesen Sie auch auf bildderfrau.de:
» Reiseimpfungen: Diese Impfungen sind wichtig
» Forum Gesundheitssprechstunde: Stellen Sie Ihre Fragen an die Experten
|