So unscheinbar Ingwer äußerlich auch ist, im Inneren hat er es wahrlich in sich. Randvoll mit gesunden Inhaltsstoffen ist Ingwer in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und im Ayurveda schon lange eine feste Größe. Hierzulande tut man sich noch ein wenig schwer mit der Wurzel, was nicht zuletzt an dem intensiven Geschmack liegt.
Ingwer – eine Wurzel mit Tradition
Die heilsamen Eigenschaften des Ingwers sind seit gut 3000 Jahren bekannt und schon damals wurde die Wurzel gegen allerlei Gebrechen eingesetzt. Frisch aufgeschnittener Ingwer sorgt dafür, dass Wunden schneller heilen und auch bei Augenleiden, wie zum Beispiel bei einer Bindehautentzündung wirkte Ingwer wahre Wunder.
Der Religionsstifter Konfuzius schätze Ingwer ebenso, wie die alten Griechen und Römer. Ursprünglich stammt Ingwer aus Asien, oder genauer gesagt aus Indien. Heute wächst Ingwer überwiegend in Jamaika und in China, aber auch in Afrika wurde der Anbau von Ingwerpflanzen zu einem guten Geschäft. Das Anbaugebiet wirkt sich übrigens auf die Schärfe der Wurzel aus. Soll der Ingwer nicht ganz so scharf sein, sind Wurzeln aus Jamaika eine gute Wahl. Wem es hingegen nicht scharf genug sein kann, der sollte nach den Ingwerwurzeln aus Nigeria Ausschau halten.
Randvoll mit gesunden Wirkstoffen
Mittlerweile wird Ingwer auch hierzulande als Heilpflanze geschätzt. Besonders wenn es um Störungen im Magen-Darm-Bereich geht, ist Ingwer eine gute Wahl. Als Tee aufgebrüht hilft er unter anderem bei Magenschmerzen- und Geschwüren und hat sich vor allem gegen Übelkeit immer wieder bewährt.
Wer unter Appetitlosigkeit leidet, sollte Ingwer zu sich nehmen. Und alle die unter Reisekrankheit leiden oder schnell seekrank werden, sind gut beraten, ein wenig kandierten Ingwer zu kauen, denn das lindert die Beschwerden. Auch das allgemeine Wohlbefinden wird durch regelmäßigen Genuss von Ingwer positiv beeinflusst, denn die Wurzel stärkt das Immunsystem sehr effektiv, beugt zugleich Herz-Kreislauf-Beschwerden vor und regt den Stoffwechsel an.
Und was genau macht diese unscheinbare Wurzel nun so gesund? Ingwer ist reich an Kalium und Kalzium, zudem enthält die Wurzel wertvolle Mineralstoffe und Vitamine und versorgt den Körper auch noch mit Eisen. Weitere Inhaltsstoffe der Wurzel sind Gingerole, deren Wirkungsweise der Acetylsalicylsäure (ASS) ähnelt. Schwangere Frauen sollten allerdings vorsichtig mit Ingwer umgehen, denn übermäßiger Verzehr kann unter Umständen verfrühte Wehen auslösen.
Ingwer ist Geschmacksache
In einheimischen Küchen hielt der Ingwer in den vergangenen Jahren vor allem dank der asiatischen Küche Einzug. Wer exotisch kochen will, der kommt am Ingwer einfach nicht vorbei. Dass es die gesunde Wurzel noch nicht in jede Hausapotheke geschafft hat, liegt wohl vor allem an ihrem Geschmack. Nicht jeder mag Ingwer, dessen Schärfe einem schon mal die Tränen in die Augen treiben kann.
Ingwer ist jedoch nicht nur scharf, sondern zugleich aromatisch und würzig - es kommt nur darauf an, woher die Wurzel stammt und wie man sie zubereitet. In der TCM gehört Ingwer übrigens zu den „heißen“ Lebensmitteln und wer auf einem Stück frischem Ingwer kaut, der wird sehr schnell ein wohlig-warmes Gefühl verspüren.
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann aus den Vollen schöpfen. Zum einen gibt es frische Wurzeln, die erst geschält und anschließend fein geraspelt werden. Ebenfalls erhältlich ist eingelegter Ingwer oder die kandierte Variante, die man wie ein Bonbon lutschen kann. Nicht zu vergessen den Ingwertee, der einem am Morgen die nötige Energie verleiht und möglicherweise einen gesünderen Start in den Tag bietet, als der heiß geliebte Kaffee.
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