Folsäure ist für den menschlichen Organismus von großer Bedeutung, allerdings denken nur die wenigsten Menschen darüber nach, ob sie tatsächlich ausreichend Folsäure zu sich nehmen.
„Iss Deinen Spinat auf!“ Wer hat diesen Spruch früher nicht von seiner Mutter gehört? Nur wenige Kinder mögen Spinat, und trotzdem müssen sie ihn essen, weil er ja so gesund ist. Die meisten Menschen sehen im Spinat in erster Linie einen sehr guten Lieferanten für Eisen - dies ist allerdings ein Irrglaube, der auf einem verrutschten Komma basiert. Weniger bekannt ist hingegen, dass der Spinat ein hervorragender Folsäure-Lieferant ist.
Was genau ist Folsäure eigentlich?
Folsäure ist ein Vitamin, das zur Gruppe B der Vitamine gehört. Jeder erwachsene Mensch hat circa fünf bis zehn Milligramm Folsäure im Körper, die hauptsächlich in der Leber gespeichert werden. Dieser Vorrat muss natürlich ständig aufgefüllt werden, denn der Körper kann die Folsäure nicht allzu lange speichern. Würde man vier bis fünf Monate keine Folsäure mehr zu sich nehmen, käme es zu einer schweren Blutarmut - der so genannten megalobastischen Anämie.
Die Folsäure hat im menschlichen Körper verschiedene wichtige Funktionen. Sie ist sehr wichtig für den Stoffwechsel, unterstützt die roten Blutkörperchen bei der Blutbildung und ist an der Zellteilung beteiligt. Zudem stärkt sie das Immunsystem und kräftigt das Nervensystem. Kurz gesagt: Die Folsäure ist ein Allroundtalent und für den menschlichen Körper unverzichtbar.
Folsäure – der tägliche Bedarf und wie man ihn deckt
Es gibt eine Reihe von Nahrungsmitteln, die hervorragende Lieferanten für Folsäure sind. Als Faustregel gilt: Je grüner und frischer die Lebensmittel, desto mehr Folsäure enthalten sie. Gute Folsäure-Lieferanten sind in erster Linie alle Blattgemüse wie Spinat, Weißkohl und Wirsing. Auch Hülsenfrüchte, Spargel und Orangensaft sind reich an Folsäure. Zudem sorgen Getreideprodukte wie Brot und Nudeln, sowie Kartoffeln und Innereien für einen ausgeglichenen Folsäure Haushalt im Körper.
Wenn es nach Ernährungswissenschaftlern geht, dann müssten wir jeden Tag 160 Gramm Kalbsleber, 300 Gramm Eier, 400 Gramm Sonnenblumenkerne und 130 Gramm Weizenkleie zu uns nehmen, um optimal mit Folsäure versorgt zu sein. Tatsächlich nehmen viele Menschen weniger als die empfohlenen 400 µg zu sich, was vielleicht auch daran liegt, dass die Folsäure sehr hitzeempfindlich ist und durch lange Garzeiten zerstört wird.
Folsäure- wer verträgt eine Extraportion und wann ist es zu viel des Guten?
Folsäure ist besonders für schwangere Frauen wichtig, denn so wird verhindert, dass das Kind mit neurologischen Schäden oder Fehlbildungen zur Welt kommt. Auch starke Raucher und Menschen die viel Alkohol trinken, sowie Frauen die die Pille nehmen, sollten vermehrt Folsäure zu sich nehmen.
Ein Zuviel an Folsäure ist allerdings nicht empfehlenswert. Denn das kann zu nervösen Störungen, allergischen Reaktionen oder auch zu Schlaflosigkeit führen. In Ausnahmefällen kann ein Zuviel an Folsäure zudem zu Beschwerden im Magen- und Darmtrakt führen.
Wie äußert sich ein Mangel an Folsäure?
Der Folsäuremangel äußert sich schleichend. Ein Symptom hiefür kann eine Blutarmmut sein. Aber auch Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann ein Folsäuremangel zugrunde liegen - so vermuten Forscher nach jüngsten Erkenntnissen. Vor allem für das ungeborene Kind kann eine mütterliche Unterversorgung mit Folsäure so gravierende Folgen wie Entwicklungsstörungen des Gehirns oder einen offenen Rücken (Spina bifida) nach sich ziehen.
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