Noch vor 100 Jahren war die Rachitis eine gefürchtete Krankheit, die bei vielen Kindern zu schwersten Skelettverformungen führte. Der Grund für die auch als englische Krankheit bezeichnete Rachitis war ein Mangel an Calcium. Von der Rachitis betroffen waren damals vor allem die Kinder in den Armenvierteln der großen Städte. Sie litten nicht nur unter Lichtmangel, sondern erhielten auch zu wenig Milch – ein wichtiger Calciumlieferant.
Heute hat man erkannt, wie wichtig Calcium besonders für Kinder im Wachstum ist, und die Rachitis spielt hierzulande kaum mehr eine Rolle. Doch auch Erwachsene sollten genügend Calcium zu sich nehmen, denn der lebenswichtige Mineralstoff ist an vielen Körperfunktionen beteiligt. Davon abgesehen gilt Calcium als wirksamer Anti-Aging-Helfer, der jung und gesund hält. Gründe genug, auf seinen Calciumhaushalt zu achten.
Welche Eigenschaften hat Calcium?
Calcium ist ein Mineralstoff, der im menschlichen Körper vor allem in den Zähnen, den Knochen, aber auch im Blut und im Gewebe zu finden ist. Calcium unterstützt die Blutgerinnung und sorgt dafür, dass Muskeln, Nerven, Lungen, Herz und Nieren einwandfrei funktionieren. Ohne Calcium würden uns die Zähne ausfallen und bei jedem noch so kleinen Sturz die Knochen brechen.
Besonders Frauen in den Wechseljahren benötigen Calcium, denn durch die Umstellung der Hormone droht die Gefahr von Knochenschwund und die gefürchtete Osteoporose ist unheilbar und sehr schmerzhaft. Wer sich vor dieser Gefahr, die im Alter droht, schützen möchte, muss dafür sorgen, dass die Knochenmasse dicht genug ist. Das gelingt allerdings nur, indem man in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter genügend Calcium zu sich nimmt, um die körpereigenen Calciumspeicher aufzufüllen. Heranwachsenden wird daher eine tägliche Calciumzufuhr von bis zu 1.200 mg empfohlen, Erwachsene sollten rund 1.000 mg Calcium am Tag zu sich nehmen.
Calciumlieferanten die schmecken
Der Calciumlieferant schlechthin ist echter Parmesankäse. 100 Gramm des italienischen Käseklassikers enthalten gut 1300 mg Calcium. Auch andere Käsesorten wie Emmentaler, Tilsiter, Gouda, Camenbert oder Schafskäse sind randvoll mit dem Mineralstoff. Weitere gute Calciumlieferanten sind Milch und alle weiteren Milchprodukte wie Quark, Jogurt, Dickmilch oder Kefir. Und auch in Hülsenfrüchten wie Erbsen, Bohnen und Linsen oder in Vollkornprodukten, Grünkohl und Brokkoli ist viel Calcium enthalten.
Wer also jeden Tag Milch trinkt, eine Portion Käse und Joghurt isst, schützt sich optimal vor Mangelerscheinungen.
Was passiert bei einem Calciummangel?
Muskelkrämpfe - vor allem die nächtlichen Wadenkrämpfe - können nicht nur auf einen Magnesiummangel hinweisen, sondern auch ein Hinweis darauf sein, dass dem Körper Calcium fehlt. Weitere Symptome, die auf einen Mangel des Mineralstoffs hinweisen, sind Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Nervosität und eine erhöhte Reizbarkeit. Wer sich zudem abgeschlagen fühlt und körperlich leistungsgemindert ist, sollte einen Calciummangel in Betracht ziehen und seinen Hausarzt zu Rate ziehen. Die Calciumspeicher des Körpers lassen sich medikamentös sehr gut wieder auffüllen.
Kann man Calcium überdosieren?
Eine Einnahme von Calciumpräparaten auf Verdacht ist mit Vorsicht zu genießen. Nicht nur ein Mangel des Mineralstoffs kann unangenehme Folgen haben - auch ein Zuviel davon macht sich mit gravierenden Folgen bemerkbar. Wer Calcium überdosiert, kann unter anderem Müdigkeit und Erbrechen, Bluthochdruck oder sogar Herzrhythmusstörungen provozieren. Im schlimmsten Fall zieht eine Überdosierung Nierensteine nach sich. Viel hilft hier also nicht viel, und eine prophylaktische Einnahme auf Verdacht ist keine gute Idee.
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