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Gewissensbisse

 

Im März letzten Jahres hat sich mein Lebensgefährte- wie waren 14 Jahre zusammen- nach einem heftigen Streit mit mir u vorheriger Ansage(sieh mich noch einmal an, lebend wirst Du mich nicht mehr lebend sehen) erschossen. Ich habe seine Drohung nicht ernst genommen, war voller Wut auf ihn, habe gesagt: wenn Du das willst. dann tu es, laß mich damit in Freiden. Bin dann aus seinem Auto raus in meine Wohnung, habe dann mit dem Handy mit meiner freundin tel, da klingelt mein Festnetzanschluß, ich sage zu meiner Freundin, die Leiche ruft an, habe ja auf dem Display seinen Namen gelesen, habe darum nicht abgenommen.Auf dem AB war ein hecheln zu hören, so beängstigend, daß mir schlecht wurde vor Angst. habe sofort die Polizei angerufen, sie fuhren auch sofort hin. Er lebte noch, ich rief seine Kinder an, die gleich ins KH fuhren. Seine Organe waren zerstört. Am nächsten Tag fuhren seine Kinder, Schwiegerkinder u ich in die Klinik, wo wie erfuhren, daß er sterben wird. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen u fühlte mich schuldig. Er starb 3 Tg später, viele Freunde, meine Kinder, seine Nichten u Neffen kamen um Abschied zu nehmen. Dann blieb sein Herz stehen, 11Tg nach seinem 66 Geb. Morgens mein erster Gedanke, abends mein letzter Gedanke dreht sich um ihn u das Geschehen, es läßt mich nicht mehr los. Auch seinen Kindern geht es sehr, sehr schlecht, sie werden damit nicht fertig.Ich möchte die Zeit zurückdrehen,würde anders reagieren, ist aber leider nicht möglich. Mußte mir diese Sache mal vom Herzen schreiben


 

Zeti zum Umdenken!

Es ist sehr schmerzhaft zu lesen, was Ihnen passiert ist. Aber glauben Sie mir: Die Zeit der Selbstvorwürfe muss ein Ende nehmen! Wenn ein Mensch sich das Leben nehmen will, ist das seine höchst eigene Entscheidung, und seine ganz alleinige Verantwortung. Sie wissen selbst, dass er hätte z. B. schmollen können, bei einem Freund untertauchen, schreien, sich betrinken oder eine Vase auf den Boden werfen. Aber er hat sich das Leben genommen, eine Konsequenz, die doch für einen Streit viel zu heftig war. Andere Menschen werden mit ganz anderen Belastungen und Verletzungen fertig.
Ihr Lebensgefährte hat den Tod gewählt, und er wird noch viele andere Gründe dafür gehabt haben, die nicht in jenem Streit gelegen haben. Denken Sie darüber nach; Warum konnte er sein Leben nicht meistern?
Wer das nicht kann, der kann durch die beste Freundin der Welt nicht gerettet werden. Hätten Sie dieses Mal eingelenkt, wäre das Unglück beim nächsten Mal passiert. Sie hätte ihn ja nicht lebenslang wie ein rohes Ei behandeln können, eine gute Partnerschaft braucht auch die Auseinandersetzung mit dem/der anderen.
Sie haben genug Kummer, aber Sie haben keine Schuld! Versuchen Sie, viel mit seinen Kindern zu sprechen, und haben Sie keine Scheu, evtl. Familienberatung oder seelsorgerische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich wünsche Ihnen Glück.

Lg, Dr. Höllering


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