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Krankenkasse

 

Hallo, ich bin neu hier im Forum und hoffe ich stelle meine Frage in die richtige Kategorie.

Ich bin seit Herbst letzten Jahres wegen Burnout/Depressionen krank geschrieben. Relativ schnell schlug meine Ärztin mir vor, eine Kur zu beantragen. Parallel dazu suchte ich einen Therapeuten - leider habe ich bis jetzt keinen finden können, da die meisten Therapeuten Wartezeiten von mehreren Monaten bis zu 1 Jahr haben. Nun hat die Rentenversicherung die Kur genehmigt, ich habe jedoch in der Zwischenzeit eine Tagesklinik gefunden, in die ich auch gern gehen würde. Zur Kur soll ich am 5.9 fahren, einen Termin in der Tagesklinik würde ich für Mitte September, nach einem Vorgespräch am 8.9. bekommen. Kann die Krankenkasse mir das Krankengeld kürzen, wenn ich die Kur nicht antrete und statt dessen in die Tagesklinik gehe? die Tagesklinik ist auch direkt in meinem Wohnort, ich könnte die Zeit vor Ort dann auch direkt für die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz nutzen, da ich in meine alte Stelle wegen Mobbing nicht zurück kann und will. Über eine schnelle Antwort würde ich mich sehr freuen!


 

AW: Krankenkasse

Liebe thami69,

Zu Ihrer Frage nach dem Krankengeld: Wenn die Rentenversicherung wie offensichtlich in Ihrem Fall - die Behandlungskosten übernimmt, erhalten Sie während der Behandlung kein Krankengeld von der Krankenkasse, sondern so genanntes Übergangsgeld vom Rentenversicherungsträger. Das dürfte gleichermaßen für die Therapie in der Tagesklinik gelten. Nehmen Sie unbedingt rasch Kontakt mit der Rentenversicherung und Ihrem Arzt auf. Wichtig ist nämlich, dass die Tagesklinik die Kriterien für eine erfolgreiche Therapie in Ihrem persönlichen Fall erfüllt.

Die lebhafte Diskussion der weiteren Forumsteilnehmerinnen bestätigt das, was wir Krankenkassen seit einigen Jahren beobachten: Psychische Erkrankungen im Job nehmen rasant zu. Die langen Wartezeiten auf einen Therapeutentermin haben aber nicht nur mit dem erhöhten Bedarf zu tun. Die Kunst liegt darin, mit der persönlichen Diagnose die richtige Therapie zu "erwischen". Wenn nach einer erfolglosen Therapie ein Wechsel des Therapeuten notwendig ist, verlängert das die Behandlungsdauer insgesamt - und die Wartezeit für die anderen.

Abgesehen davon klingt aber noch etwas anderes aus der Diskussion heraus: Mobbing im Job macht krank. Das Verhalten von Chefs oder Chefinnen, Mehrfachbelastung durch Familie und der Druck durch den Wettbewerb unter Kolleg(inn)en - diesen Cocktail schlucken wir regelmäßig herunter bis der Arzt kommt, oder eben nicht. Natürlich ist das keine Frage des Geschlechts - auch Männer kennen das.

Mein persönlicher Tipp: Machen Sie sich stark im Job. Es gibt eine Reihe von Büchern zum Thema, im Netz finden Sie Gruppen von berufstätigen Frauen, die häufig regional agieren. In Workshops kann man zudem lernen, im Job "seinen Mann zu stehen.

Viel Erfolg!

Liebe Grüße,

Reinhild Haacker


 

DRV vs. Krankenkasse

von: thami69

Hallo Frau Haacker,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Die stationäre Reha würde bei mir die Rentenversicherung zahlen, die Tagesklinik würde von der Krankenkasse gezahlt werden. Jedoch ist meine Krankenkasse der Meinung, dass ich meinen Anspruch auf Krankengeld verliere, wenn ich die ambulante Reha am 5.9. nicht antrete. Darf die Krankenkasse das so entscheiden? habe ich als Patient kein Recht auf Mitsprache was die Art der Reha bzw. Therapie angeht? Kann man mich in eine stationäre Reha zwingen, obwohl ich mich selbst um eine Alternative gekümmert habe, bei der ich mich um vieles wohler fühlen würde?


 

AW: DRV vs Krankenkasse

von: reinhildhaacker

Grundsätzlich hat eine Krankenkasse das Recht, das Krankengeld zu kürzen, wenn eine verordete Maßnahme, die ja der Genesung dienen soll, nicht angetreten wird. Das nennt man dann "fehlende Mitwirkung". Denn als Empfänger von Sozialleistungen - in Ihrem Fall Krankengeld - haben Sie eine Mitwirkungspflicht. In wieweit der Aufenthalt in der Tagesklinik dem Ziel der Genesung nicht in dem Maße nachkommt wie die stationäre Reha, das kann ich nicht beurteilen und ist von Ihrem speziellen Fall abhängig. Sprechen Sie unbedingt noch einmal mit Ihrer Krankenkasse. Falls Sie sich im Vorfeld übrigens mit dem entsprechenden Paragrafen auseinandersetzen möchten, finden Sie diese - 66 und 67 (SGB I) - im Internet.

Also nochmals viel Erfolg,

Reinhild Haacker


 

Krankenkasse

Hallo wenn ich das lese könnte ich denken ich habe das geschrieben . Mir geht es auch so. Ich bin nach elf Jahren in eine andere Filiale versetzt worden die 38 km entfernt vist .Ich fahre also jeden tag 76 km bei einem Halbtagsjob.Das benzingeld muß ich auch selbst tragen .Dort haben sie mir von Anfang an zu verstehen gegeben das ich nicht erwünscht bin Mobbing usw. Irgendwann bin ich dann zusammengebrochen und seit Mai krank. Meinen Fachartztermin habe ich erst im September.Ich grübel auch ständig nach weil ich genau wie du nicht mehr da hin will !! Und ich habe meine Bezirksleiterin angerufen dasich da nicht mehr hin will.Ich habe meine Arbeit immer gerne gemacht und wir waren elf Jahre ein gutes Team.
Ich denke mal die Krankenkasse wird nicht böse sein wenn du nicht zur Kur fährst.Die sparen eh an allen Stellen.Mach hier die Therapie . Kannst du dich nicht auch versetzen lassen??? Wenn nicht dann nutze die Zeit um eine neue Arbeit zu bekommen.Dort hin kannst du nicht denn dann geht es vorn vorne los.Auf Arbeit zu gehen bedeutet 100% geben!!

Liebe Grüße


 

Mobbing

von: thami69

Ja sowas ist schlimm. Vom Job her gefällt es mir, ich hab viel Kontakt zu Menschen. Aber die "lieben Kollegen" ... aber wahrscheinlich muss das so sein, wenn man auf Provision arbeitet, dass jeder sich selbst der/die Nächste ist und ich bin vielleicht nicht geschaffen dafür. Dazu kommt noch, dass ich mich echt im Stich gelassen gefühlt hab als ich letztes Jahr eine OP hatte und sich (sorry für die Wortwahl) keine Sau mal gemeldet hat in 7 Wochen Krankheit. Meine Chefin hat mir auch mehr als einmal zu verstehen gegeben, dass ich halt nicht mehr so "funktioniere" wie sie es gern gehabt hätte. Seit der OP kam immer wieder der Spruch "du bist ja auch nie da", wobei ich mir vorher immer den Allerwertesten aufgerissen hab und eingesprungen bin wenn man mich brauchte. Und das wo "wir eine große glückliche Firmenfamilie" sind ... Und deshalb u.a. kann und will ich auch nicht mehr zurück.


 

Krankenkasse

von: weber2010

Das glaub ich dir gerne.Viele verstehen einen nicht weil sie mit so einer Krankheit nicht umgehen können. Ich geh da auch nicht wieder hin,aber vorher sag ich denen noch meine Meinung


 

Weg

Erst würde ich mit der Ärztin reden, ob sie da was machen kann und dann evtl. mit der KK. Vllt. die Kostenfrage mit einbringen, Tagesklink dürfte für die KK billiger sein als eine Kur. Hast du schon mal überlegt, dass es vllt. auch sinnvoll ist mal weiter weg zu sein und dann gestärkt zurückkommst und dein weiteres Leben in Angriff nimmst ?


 

Endlich wieder daheim

von: thami69

Hmm die ambulante Kur zahlt meines Wissens die Dt. Rentenversicherung, die ambulante Tagesklinik würde die KK zahlen. Und normalerweise wäre es sicher besser aus dem gewohnten Umfeld raus zu kommen - jedoch liegt der Fall bei mir etwas anders. Ich werde Anfang September endlich wieder in meiner Heimatstadt leben, seit 10 Jahren lebe ich ca 800 km weit weg und meine psychischen Probleme hab ich auch u.a. daher, dass ich mich hier nicht wohl fühle, meine Familie und Freunde vermisse und fürchterliches Heimweh habe. Ich bin so froh, endlich wieder "zu Hause" zu sein und möchte dann natürlich dort nicht gleich wieder weg. Die Tagesklinik ist direkt bei meiner Wohnung um die Ecke und ich könnte dann Familie und Freunde sehen, mich schon mal um Arbeit kümmern und endlich die Heimat wieder genießen.


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