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Kind bekommt Zahnspange Kieferorthopäde behandelt nur Privat

 

Hallo, unser 13-jähriger Sohn soll eine festsitzende Spange bekommen und wir waren bei unserem Kieferorthopäden vor Ort.
Dort wurden wir super nett aufgenommen, unser Sohn schon mal begutachtet, Foto gemacht usw.
Unserem Sohn wurde immer nahegelegt eine betimmte neuartige Spangenart zu nehmen, da diese optisch unauffälliger sei und nicht so weh tun würde wie die normale.
Beim zweiten Termin in der Praxis traf mich dann der Hammer:
Ich sollte einen langwierigen Vertag unterschreiben (über 4 Jahre).
Ich konnte wählen zwischen 3 Verträgen, von 25 bis 55 Euro Privatanteil monatlich.
Eine Versorgung nach Kassenplan wurde abgelehnt, da die Praxis dabei keine Garantie übernehmen könnte.
Dürfen die das?
Hat jemand ähnliches erlebt und kann mir helfen?
Vielen Dank schon mal für die Hilfe!
Übrigens Herr und Frau Doktor fahren beide einen Porsche!


 

AW: Kind bekommt Zahnspange

Hallo kalender2011,

ich würde Ihnen empfehlen, bei einem anderen Kieferorthopäden eine zweite Meinung einzuholen. Das sollte man nicht gleich als Misstrauensbeweis dem behandelnden Arzt gegenüber bewerten. Es ist einfach hilfreich, um Zweifel auszuräumen.
Alternativ sollten Sie sich an die Zahnärztekammer in Ihrem Bundesland richten. Dort gibt es in der Regel ein Patiententelefon, wo Sie Ihr Problem besprechen können. Die Kammern sind zuständig sowohl für Privat- als auch Kassenärzte.

Um Ihren Fall richtig bewerten zu können, muss man noch mehr zur Diagnose wissen.Deshalb kann ich nur pauschal auf einzelne Punkte Ihres Eintrags eingehen.
Aus Ihrem Eintrag geht der Schweregrad der Kieferfehlstellung bei Ihrem Sohn nicht hervor. Es gibt ein Schema zur Einstufung Behandlungsbedarfs das so genannte KIG. Es gibt fünf Härtegrade, von denen die ersten beiden von Kassen nicht übernommen werden, weil sie den Richtlinien zufolge kosmetischer Natur sind.

Für Mini-Brackets, die nicht als Kassenleistung übernommen werden, kann man zwischen 500 und 720 Euro als Richtwert nehmen (das entspricht dem Differenzbetrag zu den Edelstahlbrackets von der Kasse). Wenn Sie monatlich 25 bis 55 Euro zahlen sollen, bitten Sie den Arzt einmal schriftlich aufzuschlüsseln, welche Leistungen denn darin in welchem Zeitraum enthalten sind. Darauf haben Sie ein Anrecht.

Was die Garantie betrifft: Vermutlich hat Ihr Arzt gemeint, dass er beim Kassenmodell keine Garantie dafür gibt, dass die Behandlung erfolgreicher ist als mit den Mini-Brackets. Die Behandlungen dauern mit beiden gleichermaßen lang (oft vier Jahre oder länger) der Unterschied liegt vorrangig im Trage- und Pflegekomfort und in der Optik.

Hilfreich ist es auch, wenn Sie sich im Netz einen Überblick über das Thema verschaffen. Es gibt von der Stiftung Warentest Leseproben aus dem Spezialheft Kieferorthopädie, http://www.test.de/shop/buecher-spezialhefte/gesundheit-kosmetik/sp0200000/

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Reinhild Haacker


 

Habe da ein ungutes Gefühl im Bauch........

Hallo Kalender 2011,

vielen Dank für Deine Anfrage. Leider schreibst Du nicht, ob Eure Familie privat versichert ist. Ich "rieche" nämlich sehr deutlich, das diese Praxis sehr aufs Geld verdienen aus ist, da die beiden einen Porsche fahren.

Denn es gibt durchaus verschiedene Spangenarten. Die optisch unauffälligeren sind eh besser und tun auch wirklich nicht so weh wie die anderen, da gebe ich diesen Kieferorthopäden durchaus recht.

Aber ich gebe ich Dir den guten Rat, rede vorher bitte mit dem

Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden e.V. (BDK)
Ackerstr. 3
10115 Berlin
Tel.: 030 27594843
Fax.: 030 27594844

da die Gebühren sehr unterschiedlich erstattet werden und zwar wie folgt:

Privatversicherte Patienten bekommen Behandlungsgebühren
- abhängig vom der Erstattungsstelle, deren Zahlungsmoral und dem jeweiligen Tarif - mehr oder weniger erstattet.

Gesetzliche Kassen: Wer bei einer kieferorthopädischen Behandlung noch Zuschuss zur Grundversorgung erhält, hängt vom Bedarfsgrad (KIG) ab. Es gibt 5 Grade. Ab Grad 3 ist Kassenzuschuss möglich.

Die Einstufung von 1 oder 2 sagt allerdings nichts über

- die medizinische Notwendigkeit oder Schwierigkeit,
- den Kiefergelenksbefund (Risiken, Knirschen/Knacken u.a.m.)
- die Risiken bei Unterlassung der Regulierung.)

Ich weiß daher leider nicht, welcher Grad bei Deinem 13jährigen Sohn festgestellt wurde. Daher gebe ich Dir das obige schon einmal weiter.

Hole Dir evtl. auch die Meinung von einem zweiten Kieferchirurgen ein, denn ich persönlich habe schonmal erlebt, das der eine sagte, man bräuchte eine Spange und der andere widerum meinte nicht.

Mit Zahnärzten habe ich schon immer sehr viel Erlebnisse gehabt und die waren beiweiten nicht immer gut......nur.......Entscheiden muß Eure Familie selber.........

ganz liebe Grüße
Gismor



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