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Nützliche Idiotin im Haus der Tochter/des Schwiegersohnes

 

Hallo, wer hat die gleichen Erfahrungen gemacht? Als meine Beiden
ein Haus kaufen wollten haben sie mich gefragt, ob ich als Mieterin
dort mithinziehen möchte. Klar dachte ich, besser mein Mädel bekommt
die Miete als jemand anders.
Mittlerweile komme ich mir aber wie die billige Haushälterin/Hunde-
sitterin etc. vor. Muss selbst nach vor 2 Jahren schwerer Bandscheiben-OP
und jetziger Schulter-OP alles alleine machen (weil meine Tochter
berufstätig voll ausgelastet ist und durch meinen faulen Schwiegersohn
auch hier im Haus noch alles erledigen muss).
Es wird nicht einmal gefragt wie es mir denn jetzt so geht. Ich funktioniere
ja! Mittlerweile habe ich einfach nur noch das Gefühl auch zu stören
wenn ich den Beiden denn dann mal im Garten bzw. Haus über den
Weg laufe. Bügeln etc. darf ich auch, im Garten helfen auch, aber bekomme gesagt "ja Du benutzt ja "unseren" Garten auch, dann kannst
Du Dich da auch um die Hünde kümmern. Obwohl ein Gartenanteil
steht auch bei mir im Mietvertrag. Ich versuche immer (Waschraum/
Trockenraum/Treppenhaus etc) in Ordnung zu halten und es wird
alles wieder ruck-zuck in Unordnung gebracht. Wenn ich dann mal was
sage heisst es von meinem Schwiegersohn "ja mache ich" aber ich muss
es dann zig-mal sagen, bis es überhaupt oder gar nicht gemacht wird.
Ich bin nicht dieser Typ und kann so nicht leben. Aber ein Auszug hier
wäre auch das Ende meiner Beziehung zu meiner Tochter weil ich hier
einfach ersticke. Hatte jemand auch dieses Problem und wie ist sie/er
da herausgekommen? Auch wohnen wir jetzt 35 km entfernt von meiner
früheren Heimat und Leute hier kennenzulernen ist schier unmöglich.
Ich telefoniere viel, gehe viel mit meinem Hund spazieren, aber
hier im Haus komme ich mir nur noch wie eine nützliche Idiotin vor.


 

Miteinander reden

von: monaliesel

Hallo Fraeulein87,

ich bin Ende 50 und für mich kommt es nicht in Frage, zu meinen Töchtern zu ziehen. Wir kommen JETZT super miteinander klar, aber würde das so bleiben, wenn man zusammen wohnt?
Ich denke, gerade weil die meisten nicht offen und ehrlich miteinander redet, kommt es zu so viel Mißverständnissen. Die Eltern meinen auf Grund ihrer Lebenserfahrung meist alles besser zu wissen und die Kinder fühlen sich bevormundet- das ist keine gute Grundlage für ein friedliches Miteinander!
Ich finde den räumlichen Abstand zu meinen Töchtern völlig in Ordnung- ich möchte gar nicht alles wissen, was sie so tun und lassen.
Sie führen ihr eigenes Leben und wenn sie Rat und Hilfe brauchen, bin ich jederzeit für sie da. Auch ich lasse mir gern von ihnen helfen, denn gerade was die neue Technik betrifft, bin ich manchmal recht hilflos. So ist es ein Geben und Nehmen und keiner fühlt sich ausgenutzt.
Wenn irgendetwa zwischen uns steht, wird es gesagt- so haben es meine Töchter gelernt und ich auch immer gehandhabt. Man kann nur eine Lösung herbeiführen, wenn man darüber redet. Leider kommt das immer mehr zu kurz.
Und ich denke, um Mißverständnisse oder Ägernisse aus dem Weg zu räumen, ist es nie zu spät. Man sollte es dann aber auch tun.


 

Tochter/Schwiegersohn

von: chicolini

Hallo Monaliesel, das ist es ja gerade. Meine Tochter und ich wir haben
uns immer alles erzählt, gegenseitig geholfen und waren füreinander da.
Aber jetzt hat sie gar nicht mehr die Zeit dazu. Sie hat ihren Beruf,
Haushalt etc. und ist immer mit was anderem beschäftigt.
Wir waren immer offen und ehrlich und wenn ich dieses Thema mal
ansprach heisst es immer "ich kann meinen Mann nicht ändern".
Nee, aber ich kann immer sofort springen wenn was ist.
Gerade auch beim Technischen. Ich erfahre als letztes wenn das
Internet etc. mal wieder nicht geht, weil was geändert wurde. Ich versuche
in der Zwischenzeit aber den Fehler zu beheben weil ich denke, ich habe
Mist gemacht. Und sowas nervt. Und es dauert dann auch mindestens
4 Tage bis bei mir mal was gemacht wird. Oder die Glühlampen im Keller
erneuert dauerte 3 Wochen bis ich mit kaputter Schulter anfing die
erste zu reparieren. Das kann doch nicht sein. Und das könnte ich
so fortsetzen ...
Und wenn ich ihm was sage heisst es, mache ich gleich, später, morgen.
Und wenn ich es dann nicht täglich wieder sage "denkst Du bitte daran"
wird es gar nicht gemacht. Und ich mache schon alles selber was ich
kann, bin nämlich handwerklich begabt. Aber alles kann ich auch nicht.
In diesem Sinne besteht hier überhaupt kein Geben und Nehmen mehr.
Und meine Tochter und ich haben immer über alles geredet, aber jetzt
kommt es eben bei ihr nicht mehr an und bei ihm schon gar nicht.


 

Tochter/Schwiegersohn

Liebe Chicolini,
Sie sollten ernsthaft erwägen, wieder zurück in Ihre alte Heimat zu ziehen! Denn keine Mutter hat es verdient, so wie Sie von Tochter und Schwiegersohn behandelt zu werden. Lassen Sie sich nicht länger ausnutzen!
Sie befürchten das Ende der Beziehung zu Ihrer Tochter. Doch Hand aufs Herz: Viel schlimmer kann es doch kaum noch kommen! Wenn Sie in eine andere Wohnung ziehen, können Sie vermutlich endlich wieder durchatmen. Und wer weiß: Vielleicht entspannt sich durch die räumliche Distanz mittelfristig sogar das Verhältnis zu Ihrer Tochter.
Ich wünsche Ihnen alles Gute!
Kirsten Iwami


 

Nützliche Idiotin ...

von: chicolini

Danke liebe Kirsten, ich bin schon dabei Wohnungsanzeigen
in meiner alten Heimat zu studieren, aber wenn es weh tut ...


 

An Auszug denken!

Hallo,

irgendwie habe ich früher immer gehört:

"Jung für sich und alt für sich!!!"

Ich denke heute, da ist was Wahres dran.Ich habe ein super Verhältnis zu meinen Töchtern, aber ich möchte nie mehr mit ihnen zusammenwohnen, weil unsere Meinungen doch sehr auseinandergehen. Ihre Auffassung von Ordnung ist eine ganz andere als meine; ich bin Frühaufsteherin- sie Nachtmenschen und Langschläfer. Diese Liste kann man noch fortsetzen und ein Zusammenleben würde nie funktionieren.
Und seien wir doch mal ehrlich, wir "Alten" können unsere Meinung selten zurückhalten und benehmen uns genauso, wie wir es bei unseren Müttern gehaßt haben.
Du scheinst nicht das beste Verhältnis zu deinem Schwiegersohn zu haben- das liest man zumindest zwischen den Zeilen. Und du hast Angst, daß dein Auszug auch das Ende für die Beziehung zu deiner Tochter wäre. Was habt ihr dann jetzt für eine Beziehung- du denkst, du wirst ausgenutzt, du wirst ausgegrenzt und du störst- das ist doch auf Dauer auch kein Leben. Für keinen!!
Suche dir eine kleine schöne Wohnung in deinem alten Heimatort, da kennst du die Leute, da hast du Kontakte und wenn du deine Tochter besuchst, bist du Gast und alles geht dich nichts an- du kannst wieder gehen, wenn es dir reicht. Vorallem waren die Zustände sicher vor deinem Einzug auch schon so, wie du sie schilderst. Warum bist du da eingezogen? Angst vor dem Alleinsein???
Habe keine Angst, daß deine Tochter dir böse ist- sicher findet ihr beide schnell wieder zusammen und freut euch, wenn ihr euch seht. Ist das jetzt der Fall?
Und eins ist sicher- deine Tochter ist verheiratet und steht sicher zu ihrem Mann und ich möchte als Mutter meiner Tochter nicht die Entscheidung aufdrängen, sich für einen entscheiden zu müssen.
Denke dabei auch mal nur an dich- du hast den größten Teil deines Lebens hinter dir und möchtest du den Rest davon in ewigen Streitigkeiten leben, wenn du es anders entspannter und ruhiger haben könntest? Alleinleben heißt nicht automatisch einsam zu sein!

Ich wüßte, was ich mache- mein Leben wieder selbstbestimmt in die Hand nehmen, ausziehen und dann meine neugewonnene Freiheit genießen!!! Liebe Grüße Mona


 

Nützliche Idiotin

von: chicolini

Hallo monaliesel, das Zusammenziehen ging ja dem Wunsch meiner
Tochter und meines Schwiegersohnes voraus. Ich habe direkt gefragt,
ob sie sich sicher sind, da wir vorher schon "nebeneinander" in einem
1 1/2 Miethaus gewohnt haben. Deine Liste kann ich mit Dir teilen

Leider halte ich meine Meinung zurück, da ich - genau wie Du schreibst -
sowieso damit alleine stehe, da meine Tochter in ihrem Mann wohl
trotz aller Faulheit den Supermann sieht und zweitens meinen Schwieger-
sohn interessiert die Meinung anderer sowieso nicht. Er hat auch noch
gar nicht gemerkt wie ich über ihn denke, das kriegt der gar nicht mit.
Der meint, wir hätten ein Superverhältnis!

Vorher wohnten wir ja alle 3 zur Miete, da musste mal was gemacht
werden. Jetzt heisst es ja bei denen "ist unser" und es kann aussehen
wie Bolle. Wäre mir auch egal, wenn ich denen nicht auch so egal wäre ...
Meine Tochter hat genug mit Arbeit/Haushalt etc. am Hut. Sie ruft auch
jeden Mittag an und wir telefonieren, aber es fehlt mal eine persönliche
Frage wie es meiner Schulter oder mir überhaupt so geht. Oder mal
eine Umarmung.
Habe meine Tochter seit ihrem 8. Lebensjahr mit Halbtagsjob und
Putzstellen großgezogen und nun komme ich mir nur noch vor wie
der Mietesel.

Ich habe keine Angst vor dem Alleinleben, dafür habe ich das schon
zu oft gemacht. Kann mich auch gut selbst beschäftigen und habe
viele Bekannte und Freunde. Aber ich würde hier ja auch die 2 Hunde
verlassen (die eine haben meine Tochter und ich vor 6 Jahren gekauft)
und die würden dann ja auch darunter leiden, weil ich mich ja auch um
sie kümmere. Meinen kleinen und evtl. eine Pflegekatze müssten mit
mir in die neue Heimat. Die lasse ich nicht hier.
Danke für Deinen Rat.


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