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Eiszeit mit Vater

 

Guten Tag,
als ich vor über 10 Jahren herausfand, dass mein Vater meine Mutter mit allen Schikanen betrügt (Eigentumswohnung, gemeinsame Urlaube etc.) ist unser Verhältnis eher gepalten bzw. distanziert. Er ist sauer auf mich, dass er die letzten Jahre immer wieder Stress mit meiner Mutter hat, weil sie nachkackt, wenn er weg geht und er sich jedes Mal eine neue Ausrede einfallen lassen muss. Ich kann nunmal auch nicht so tun al wäre wieder alles in Ordnung, weil er meine Mutter unterdrückt und total abhängig gemacht hat von sich (hatte noch nie eine Geldkarte, bekommt nur Haushaltgeld und wird von ihm wie ein Kind bevormundet).
Leider schafft sie es nicht aus seinen Zwängen...zum Einen hat sie Angst, weil sie keinerlei finanzielle Mittel hat und zum Anderen ist sie über ihn privat krankenversichert...und das macht ihr schon Angst, sich von ihm zu trennen...Er schafft es immer wieder sie einzuschüchtern.
Nun hat mein Vater ja immer noch diese Tussi. Trennen wird er sich niemals von meiner Mutter, weil er dann sein Geld schwinden sieht und dann wäre er ja nicht mehr so atraktiv für seine Tussnelda.
Jedenfalls ist er immer und ständig unterwegs und unternimmt mit der Freundin irgendwelche Sachen. Meine Mutter ist das letzte halbe Jahr durch 2 Operationen sozusagen ans Haus gebunden bzw. kann nur kurze Strecken gehen. Selbst als sie im Krankehaus lag, ist er mit seiner Freundin paar Tage weg gefahren und erzählt, dass er sich eine Pension in der Nähe des Krankenhauses nimmt, um meine Mutter zu besuchen. Leider war er da nur einmal, als er sie hingefahren hat und erst wieder eine Woche später.
Nun meine Frage: Mein Vater ist nun mit dem Fahrrad bei strömenden Regen unterwegs gewesen (weil er ja immer raus muss) Nun ist er schwer gestürzt und hat sich das Handgelenk zertrümmert. Er wurde bereits das 3. Mal in einer Woche operiert. Da er mich die letzten 3 Jahre fast nicht mehr beachtet bzw. grüßt (wir wohnen unglücklicher Weise noch im selben Haus)habe ich auch keinerlei Ambitionen ihm im Krankenhaus zu besuchen. Ich habe ihm am 3. Tag eine sms geschick, indem ich ihm gute Besserung gewünscht habe (da bin ich schon sehr über meinen Schatten gesprungen) seine Antwort war "Danke"
Würden Sie ihm nach all den Vorkommnissen (ich habe das jetzt schon in gekürzter Version erzählt) im Krankenhaus besuchen?
Ich wüßte nicht was ich mich mit ihm unterhalten soll, zumal ich sicher bin, dass es nur zu dem Unfall kam, weil er wieder telefoniert hat oder mit seinem Fahrradnavi gespielt hat. Er hatte erst einen größeren Schaden am Auto, wo auch jemand anderes Schuld gewesen sein soll, repariert ist es aber nicht...Jedenfalls bin ich nicht unglücklich, dass er mal einen kleinen Denkzettel verpaßt bekommen hat

Liebe Grüße


 

Eiszeit mit Vater - Versuchen Sie es einfach

Liebe dikari73,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich mußte heut den ganzen Tag erstmal darüber nachdenken.
Denn leicht finde ich diese Situation auf keinen Fall.

Insbesonders mit dieser Vorgeschichte. Denn ich habe etwas ähnliches erlebt. Mir wurde dann einmal die Frage gestellt:"Was würden Sie machen, wenn Sie Ihren Vater treffen?"
Darüber mußte ich erstmal nachdenken. Grüßen
würde ich ihn schon, denn ich habe ihm mitt-
lerweile vergeben.

Ob ein längeres Gespräch draus wird, das wird sich in dem Augenblick dann feststellen.
Leider weiß ich bis zum heutigen Tage nicht, wo er wohnt.

Daß Ihr Vater Ihre Mutter wenig besucht hat, hängt eventuell auch mit seiner beruflichen Situation zusammen.

Einen schönen Gruß an Ihre Mutter, vielleicht
wird sich nach dem Krankenhausaufenthalt Ihres Vaters ja etwas ändern. Warten Sie in der Richtung bitte ab.

Man darf in der Richtung die Hoffnung nicht aufgeben.
Dazu werden sehr viele liebevolle Gespräche nötig sein.

Es ist sehr gut, das Sie über Ihren Schatten gesprungen sind und ihm die SMS geschrieben haben.Dadurch hat sich Ihr Vater sehr gefreut.
Machen Sie einfach den Schritt und besuchen ihn. Es gibt immer einen Grund für ein Gespräch, glauben Sie mir.
Einen Versuch ist es wirklich immer wert. Wenn er dann doch abgeneigt sein sollte, haben Sie wenigstens einen sehr großen zweiten Schritt gewagt.
Trauen Sie sich ruhig. Ich mache Ihnen hiermit Mut.
Ganz liebe Grüße, Gismor


 

Eiszeit mit Vater...

von: dikari73

Lb. Gismor,

danke dafür, dass Sie sich Gedanken gemacht haben...ich krübel auch die ganze Zeit, was ich nun mache und ob ich ihn besuchen soll. Ihn hat es jedenfalls richtig erwischt...die 3. Op in 5 Tagen.

In den letzen Jahren hat sich so viel Frust gegen meinen Vater angesammelt, dass ich eigentlich gar keinen Sinn sehe, dass unser Verhältnis besser werden könnte, weil ich mich regelmäßig aufs Neue über ihn ärgere.
Er ist seit letztem Jahr Pensionär und hätte alle Zeit der Welt sich mit meiner Mutter noch paar schöne "gemeinsame" Jahre zu machen. Aber er macht was er will, ist hyperaktiv, darf keine Veranstaltung in der Umgebung auslassen. Er wählt jedoch solche Aktivitäten, die meine Mutter nicht mitmachen kann (z.B. Radtouren, Motorradkurzreisen). Er nimmt keine Rücksicht auf sie bzw. will er sie gar nicht dabei haben, weil er seine Tussi mitnimmt.
Er hätte genügend Zeit gehabt meine Mutter bei ihren letzten 2 Krankenaufenthalten zu besuchen.

Wir (meine Mutter, meine Oma (Mutter meiner Mutter) und ich) haben lange darauf gewartet, dass wir von da oben erhört werden...den "jeder bekommt seine Strafe!!!" Nur bei manchen dauert es eben länger...
Mein Vater plant schon wieder "seine" nächsten Ausflüge. Er hat wahrscheinlich noch gar keine Vorstellung wie langwierig das mit seinem Arm sein wird...ich lass mich mal überraschen wie das weiter geht.

Auch wenn ich mich sehr überwinden muss, werde ich am Sonntag mit meiner Mutter ins Krankenhaus fahren. Das sag ich ihr aber erst kurz bevor wir So losfahreen. So kann sie uns nicht vorher ankündigen Vielleicht klappt es ja, dass seine Tussi gerade dort ist. Vielleicht wacht meine Mutter ja endlich mal auf, wenn sie gerade da ist. Das würde ich mir wünschen...

LG dikari73


 

Eiszeit mit dem Vater - wie ging der Besuch aus?

von: gismor3

Hallo dikari73,

ích habe eine kurze Nachfrage an Sie: Wie ging der Besuch im Krankenhaus bei Ihrem Vater aus?
Hat sich eine Besserung ergeben? Oder den Kontakt abgelehnt? Würde mich sehr über eine Rückantwort Ihrerseits freuen.
Ganz,ganz liebe Grüße, Gismor


 

Eiszeit mit Vater-ich habe ihn besucht...

von: dikari73

Hallo Gismor,
ja ich war im Krankenhaus. Meine Mutter ging zuerst rein, dann mein Sohn und ich.
Als er "uns" sah, hat er sofort losgeheult. Ob das nun vor Freunde über unseren Besuch war oder weil er seit über eine Woche höllige Schmerzen hat, kann ich leider nicht sagen. Er hat sich dann wieder beruhigt und nochmal alles erzählt, wie es passiert ist und was sie alles operiert haben. Dadurch dass er jetzt lange Zeit nichts mit dem rechten Arm machen kann, habe ich ihm noch angeboten anfallenden Schriftkram zu machen, aber er meinte meine Mutter schreibt das. (Sie durfte in den 39 Jahren Ehe nichts schreiben, weil er das alles gemacht hat.) Da bin ich mal gespannt.
Ich war dort und habe meine Schuldigkeit getan. Er hat weder zu mir gesagt, dass er sich gefreut hat, dass wir da waren noch später zu meiner Mutter. Also ist sozusagen, alles beim Alten.
Seine Freundin war zwar gerade nicht da, aber sie hat ihn angerufen (er hatte lautlos gestellt)...mein Sohn hats im Display gesehen...natürlich war das wieder so wichtig, dass er uns nach dem "Anklingeln" gleich netterweise zum Fahrstuhl gebracht hat...
Dieses Wochenende wird er entlassen...Malsehen, wie das weiter geht...

LG dikari


 

Eiszeit mit Vater

Liebe dikari73,
da Sie der Krankenhausaufenthalt Ihres Vaters offenbar sehr beschäftigt, sollten Sie ihm vielleicht doch einen Besuch abstatten. Eventuell ist das die beste Gelegenheit, um endlich einmal wieder wirklich miteinander zu reden - und sich auch wieder ein bisschen anzunähern.
Sollte er abblocken oder Sie gar nicht sehen wollen, müssen Sie sich zumindest später keine Vorwürfe machen. Im Gegenteil: Sie können sich sagen "Ich habe alles versucht!".
Alles Gute für Sie!
Kirsten Iwami


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