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Mein Leben

 

Nachdem ich nun wieder eine Nacht so gut wie garnicht geschlafen habe, schreib ich hier mal ins Forum. Vielleicht finden sich ja Frauen, die ähnliches durchmachen?
Wir sind eine ganz "normale" Familie mit 3 (mittlerweile fast erwachsenen) Kindern. So dachte ich eigentlich viele Jahre lang. Doch seit einigen Jahren überschlagen sich die Schicksalsschläge und ich weiß nicht mehr wie ich aus diesem Teufelskreis entkomme.
Seit rund 13 Jahren pflege ich meine Mutter (83). Wir wohnen alle in einem Haus- das meiner Mutter gehörte- in 2 Wohnungen. Als wir vor rund 15 jahren gebaut haben, erbrachte meine Mutter die Kosten für den Rohbau und wir bauten unsere Wohnung im EG selbst aus. Bauherr war mein Bruder, da er die besten Verbindungen hatte. Also, wir bauten, wir zogen ein, meine Mutter zog ein und es war vereinbart, daß die Nebenkosten anteilig bezahlt werden und gut. Meine Mutter sprach damals von "dem gemeinsamen" Erbe. Da gibt es noch eine Schwester von mir, die aber seit mind. 20 Jahren zu unserer Mutter nur noch einen sehr losen Kontakt hält. Dann wurde Mutter krank. Darmkrebs. Also erklärte ich mich bereit sie zu pflegen und zu versorgen. Kaum ein Jahr später hatte sie Blasenkrebs.Die Blase wurde entfernt und sie erhielt einen künstlichen Ausgang. Nun gut, auch die Situation bekam ich in den Griff und pflege sie seither. Dazu sollte ich noch sagen, daß ich selbst schon von ziemlich vielen Krankheiten heesucht wurde und nach einem Verkehrsunfall vor 30 Jahren mittlerweile über 30 Knieops habe. Vor 3 Jahren benötigte ich eine Total OP.Der Rücken, beide Hände... alles schon operiert. Aber gut, meine Familie und meine Mutter versorge ich nach wie vor. Im Juli 2008 erkrankte mein Bruder (damals 56) sehr schwer und verstarb völlig unerwartet. Da er eine kleine Firma besaß und es keinerlei Verfügungen, Testamente gab, mußte ich einen Nachlassverwalter einsetzen lassen. Auf dem Nachlassgericht erfuhr ich dann das absolut unbegreifliche: Meine Mutter hatte vor vielen Jahren meinem Bruder alles geschenkt ! Sie ließ sich von mir und meiner Familie versorgen, pflegen und im gleichen Zug verschenkte sie Haus und Hof an meinen Bruder. Ich dachte damals ich werde verrückt. Noch heute kann ich nicht verstehen wieso sie sowas getan hat. Nachdem ich sie schon die ganzen Jahre vorher gepflegt habe, tue ich dies auch weiterhin. Doch nun stellte sich heraus, daß auf dem (vorher völlig bezahlten) Haus noch viele tausend Euro Grundschuld liegen. Nachdem dieses Haus eigentlich unser Lebenswerk ist, kämpfen wir nun seit rund 2 Jahren darum. Es ist unglaublich wieviel Kraft - körperlich wie auch seelisch) dieser Kampf kostet. Alle, nur nicht meine Mutter. Sie meint mit: Ich habe ja nur einen Sohn ! Alles erkärt zu haben und jammert nun womit sie dieses Krankheitsschicksal denn nur verdient hätte. Voriges Jahr nun wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert. Ich (47)hatte eine OP und lebe nun täglich in der Angst. Und weil das alles noch nicht reicht, erhielt vorige Woche mein Mann
(56) die Diagnose: Blasenkrebs. In der kommenden Woche wird er operiert. Ich kann eigentlich garnicht in Worte fassen wie verzweifelt und traurig ich bin. Ich bin eigentlich ein Mensch mit positiven Gedanken, denn sonst hätte ich schon lange aufgegeben. Auch nun bin ich weder hysterisch noch ein Sensibelchen. Doch langsam schleicht sich auch bei mir die Frage ein: Wieso eigenltich immer ich? Es tat mir nun mal ganz gut Teile meines Lebens einfach mal aufzuschreiben und anderen mitzuteilen. Ich hoffe weiterhin darauf die Kraft zu behalten einfach weiterzumachen. Viele liebe Grüße an alle !!!


 

Mein Leben

Hallo,

es hat mich tief erschüttert was Du alles durchmachen musstest und noch immer musst. Die immense seelische Belastung hat, zumindest sehe ich das so, bei Dir auch den Krebs ausgelöst. Auch ich hatte in meinem Leben Situationen, in den ich dachte es geht nicht mehr weiter, als es gar zu schlimm war, wollte ich einfach nur noch gehen. Ich wurde jedes Mal gerettet. Hast Du schon einmal daran gedacht, Deine Mutter in ein Heim zu geben. Sonst wirst Du früher oder später an dem Druck zerbrechen.

Wenn es Dir Recht ist würde ich gerne ein Seelenbild von Dir malen.

Ich bin Helmut46.

ich werde für Dich beten.

Gott schütze Dich

Ursula


 

Re:Mein Leben

von: diemama2

Hallo Ursula! Vielen, vielen Dank für Deine Antwort. Leider kann ich derzeit meine Mutter nicht ins Heim geben, da sie in Ihrer Wohnung das Niesbrauchsrecht hat.
Male doch bitte ein Seelenbild von mir. Auch bedanke ich mich recht herzlich für Deine Gebete für mich!
Viele liebe Grüße und einen wunderschönen Tag wünscht Dir diemama


 

Mein Leben

von: helmut46

Hallo,

hast Du Deine Seelebilder gefunden, sie spiegeln das was sich im Moment in Deiner Seele abspielt. Wenn ich ehrlich sein soll, ich hatte sie mir schlimmer vorgestellt. Vielleicht sieht es bei Dir ganz anderes aus,
vielleicht warst Du enttäuscht, ich weiß es nicht. Es wäre schön wenn Du mir mal eine Rückmeldung geben würdest.

Alles Liebe

Ursula


 

Mein Leben

von: helmut46

Hallo, das ist natürlich sehr schwierig, wenn sie nicht freiwillig geht, wovon ich in dem Fall ausgehe, hast Du schlechte Karten. Da hilft im Moment wohl wirklich nur beten. Das Seelebild mache ich heute Abend noch. Ich stelle es dann in mein Album, mit Deinem Decknamen. OK.

Bis dann Ursula


 

VIELEN DANK

von: diemama2

Hallo Ursula! Vielen Dank für die wunderschönen Bilder. Ich bin wirklich sehr angenehm überrascht. Was bedeuten denn die dunklen Farben? Nochmals möchte ich mich sehr herzlich für deine Mühe bedanken und sende dir liebe Grüße diemama


 

Mein Leben

von: helmut46

Guten Abend, der Zeit nach könnte man sagen gute Nacht

Du musst Dich nicht bei mir zu bedanken, ich habe es gerne getan.
Es ist mir ein Bedürfnis Licht und Liebe ins Leben jener zu bringen, die traurig und mutlos sind, so wie ich Hilfe durch andere bekam, als ich am Boden lag.
Die dunklen Farben spiegeln Deinen momentanen Seelenzustand, wo die Traurigkeit zuhause ist, muss die Sonne erst einen Fuß in die Tür setzen.

Gruß Ursula


 

Schicksalsschläge

von: helmut46

Hallo Caramia

Ich mache mir Sorgen um Dich, ich weiß wie es ist, wenn die alten Sachen wieder hochkommen. Zum Glück ist es bei mir in der letzten Zeit weniger der Fall, weil ich mich intensiv damit auseinander gesetzt habe. Dennoch gibt es Momente in denen ich mich frage, wie mein Leben wohl verlaufen
wäre, wenn die Dinge in der Kindheit sich nicht ereignet hätten.

Gruß Ursula


 

Schicksalsschläge

von: helmut46

hallo Caramia,
entschuldige, dass ich drei Tage nicht auf Deinen Eintrag reagierte, ich habe ihn erst heute Morgen gelesen. Nach der Verurteilung durch meine Mutter kapselte sich meine Seele in einen Kokon, der so undurchlässig war, dass keine Gefühle nach außen fließen konnren, umgekehrt natürlich auch nicht. Jemanden zu vertrauen, etwas anzuvertrauen oder gar in den Arm zu nehmen war für mich undenkbar. Meine Angst vor weiteren Verletzungen war zu groß. Dieser Rückzug, der mir selbst nicht bewusst war, dauerte ca. 35 Jahre. In dieser Zeit war mir nicht einmal bewusst, dass ich als Kind fotografiert hatte. Der Grund für meine Öffnung, die sich langsam aber sicher vollzog, war eine Posthume Entschuldigung meiner Mutter.
Damit schenkte sie mir ein neues Leben. Auch das fotgrafieren war wieder präsent, es war in meinem Innern zur Kunst gereift. Das war 1995
Zwei Jahre später starb mein Mann ganz plötzlich. In der Folge fielen mir Gedanken ein, die ich ihm und er mir noch hätte sagen können, um diese zu bewahren schrieb ich sie auf. Daraus wurden meine ersten Gedichte, die ich an andere Betroffene weitergab.

Später mehr

Ursula


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