21.05.2011

Expertentipps Haustiere und giftige Zimmerpflanzen

Foto: © iStock / velkol

Ihre Katze knabbert gerne an Ihrem Gummibaum? Ihr Welpe frisst ab und zu mal Efeu-Blätter? Dann sollten bei Ihnen die Alarmglocken läuten, denn es handelt sich hierbei um giftige Zimmerpflanzen. Wir informieren Sie umfassend zum Thema ...

 

Ein Alpenveilchen oder eine Amaryllis sehen besonders schön aus auf der Fensterbank und bringen Farbe in die eigenen vier Wände. Mit einem Gummibaum oder eine Dieffenbachie zaubert man im Handumdrehen etwas Grün in dunkle Ecken. Aber wussten Sie schon, dass diese Zimmerpflanzen für Hunde und Katzen giftig sind? Falls Sie daheim Haustiere haben, dann sollten sie unbedingt aufpassen, dass sie nicht an diesen giftigen Zimmerpflanzen knabbern oder auf den Blättern herumkauen.

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Eine besondere Gefahr besteht für Katzen, da sie meistens überall herumspringen und so auch Pflanzentöpfe auf Schränken problemlos erreichen können. Ausgewachsene Hunde knabbern dagegen äußerst selten an giftigen Zimmerpflanzen. Im verspielten und neugierigen Welpenalter sollte man auf seinen vierbeinigen Freund aber umso mehr aufpassen.

Je nachdem, welches giftige Grünzeug Ihr Haustier gefressen hat und in welcher Menge, können unterschiedliche Symptome auftreten. Diese reichen von Erbrechen und Durchfall über Lähmungen, Krämpfe und starkem Speichelfluss bis hin zum tödlichen Ausgang.

Vielleicht haben Sie ja die eine oder andere Pflanze bei sich zu Hause stehen und wissen gar nicht, dass sie für Ihr Tier gefährlich sein könnte. Wir haben für Sie deshalb eine Liste mit einigen giftigen Zimmerpflanzen zusammengestellt und sagen Ihnen außerdem, welche Auswirkungen diese auf Hund und Katze haben können.

Giftige Zimmerpflanzen für Hunde und Katzen im Überblick

Bei folgenden Zimmerpflanzen ist es möglich, dass sich Ihr Tier vergiftet:

  • Alpenveilchen: Bei dieser Pflanze ist vor allem die Knolle giftig. Es kann zu Atemlähmung, Erbrechen, Durchfall, Kolik, Krämpfen und Kreislaufstörungen kommen.

  • Christusdorn: Giftig ist der Milchsaft. Symptome, die nach dem Verzehr der Pflanze auftreten können, sind eine Reizung der Magenschleimhaut, Magenbeschwerden oder eine Kolik. Sollte Milchsaft in die Augen gelangen, kann es sein, dass es kurzzeitig zu einem Sehverlust kommt.

  • Clivie: Besonders giftig sind die Zwiebel und der Zwiebelstamm. Bei Tieren löst die Pflanze Erbrechen und Durchfall aus. Bei größeren Mengen kann eine zentrale Lähmung auftreten.

  • Efeu: Die Blätter, die schwarzen Beeren, das Fruchtfleisch, der Stängel und der Saft sind bei dieser Pflanze giftig. Symptome sind Erbrechen, Erregung und Krämpfe.

  • Einblatt, Fensterblatt und Flamingobaum: Giftig sind bei diesen Pflanzen die Blätter, beim Einblatt zusätzlich die Stiele. Bei Ihrem Tier kann der Verzehr zu vermehrtem Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Schluckbeschwerden führen.

  • Gummibaum: Die ganze Pflanze ist giftig und kann bei Ihrem Tier Erbrechen und Durchfall auslösen.

  • Herzblatt: Falls Ihr Tier die Triebe oder die Blätter frisst, kann es sein, dass es sich übergeben muss, Durchfall bekommt, speichelt und Beschwerden beim Schlucken hat. Zudem sind Blutungen möglich.

  • Kaladie / Buntblatt: Die ganze Pflanze ist giftig. Symtome sind Durchfall, Erbrechen, Speicheln sowie Beschwerden beim Schlucken.

  • Korallenstrauch / -kirsche: Eigentlich ist die ganze Pflanze für Ihr Tier gefährlich. Vergiftungsgefahr besteht aber besonders beim Verzehr der Beeren. Sie lösen Erbrechen, Durchfall und Kolik aus.

  • Palmfarn: Besonders giftig sind die Samen. Tiere bekommen Durchfall, eine Kolik oder müssen erbrechen. Andere Symptome sind Schwäche, Depression und sogar eine Schädigung der Leber.

  • Philodendron: Beim Verzehr von Blättern und Stängel kann es zu vermehrtem Speichelfluss, Durchfall, Erbrechen, Unruhe und Zittern kommen. Bei Katzen ist eine Schädigung der Niere möglich.

  • Purpurtute: Blätter und Stiele sind giftig. Speicheln, Durchfall, Erbrechen und Schluckbeschwerden sind die Folge.

  • Wandelröschen: Der Verzehr der Pflanze, vor allem der Früchte, führt zu Durchfall, Erbrechen und starker Gewichtsabnahme.

  • Weihnachtsstern: Besonders der Milchsaft ist giftig. Es kommt zu Magen- und Darmreizungen.

Bei folgenden Zimmerpflanzen kann es zu einer starken Vergiftung kommen:

  • Amaryllis und Belladonna-Lilie: Ganz besonders giftig ist die Zwiebel. Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Kolik, Herzrhythmusstörungen sowie Krämpfe und Zittern.

  • Prachtlilie / Ruhmesblume: Vorsicht ist vor allem bei der Knolle geboten. Symptome, die das Anknabbern nach sich ziehen, sind Erbrechen, Durchfall, Apathie, Kolik, ein schwankender Gang, aber auch Kreislaufstörungen bis hin zu einem Kollaps.

Diese giftigen Zimmerpflanzen sind sehr gefährlich für Ihr Tier. Der Verzehr kann mitunter tödlich sein:

  • Kolbenfaden: Bei dieser Pflanze sind die Blätter giftig. Bei Ihrem Tier kann es zu vermehrtem Speichelfluss kommen, es kann an Erbrechen, Durchfall, Krämpfen oder Schluckbeschwerden leiden. Im schlimmsten Fall müssen Sie mit Herzrhythmusstörungen, Leber - und Nierenschäden rechnen.

  • Dieffenbachie: Besonders giftig ist der Stamm. Maul, Magen und Darm des Tieres werden stark gereizt. Es treten Schluckbeschwerden auf und es kann zum Verlust der Stimme kommen. Eventuell ist auch blutiger Durchfall möglich.

Keine giftige Zimmerpflanze, aber Pflanze mit unangenehmer Nebenwirkung:

  • Grünlilie: Die Grünlilie ist nicht direkt giftig, hat aber eine halluzinogene Wirkung. Wenn die Katze häufig daran kaut, macht sich bei ihr ein Dämmerzustand breit und sie wird schläfrig.

(Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Quelle u.a. Merkblatt Giftpflanzen v. Christine Naef, unter Mitarbeit des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie Uni Zürich / Schweizer Hundemagazin)

Wie kann ich verhindern, dass mein Tier giftige Zimmerpflanzen frisst und was mache ich, wenn sich mein Tier tatsächlich vergiftet hat?

  1. Die einfachste Lösung ist es natürlich, wenn Sie generell darauf verzichten, sich giftige Zimmerpflanzen in die Wohnung zu stellen. Um nachzuschauen, welche Pflanzen überhaupt ungefährlich für Ihr Tier sind, empfiehlt sich die Online-Giftpflanzendatenbank des Schweizer Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie.

  2. Falls Sie eine Katze haben, die sich nur in der Wohnung oder im Haus aufhält, dann bieten Sie ihr auf jeden Fall Katzengras als Futterergänzung an, da sie ja nicht die Möglichkeit hat, freiwachsendes Grün zu fressen. So lässt es sich zum einen verhindern, dass Ihr Tier Ihre Zimmerpflanzen anknabbert. Zum anderen hilft Katzengras dabei, unverdauliche Haarbälle herauszuwürgen, die die Katze ständig verschluckt, wenn sie ihr Fell reinigt.

  3. Sobald Sie bemerken, dass Ihr Haustier in einer giftigen Zimmerpflanze knabbert, dann stellen Sie den Topf außer Reichweite. Verhält sich Ihr Tier anschließend normal und weist keine Symptome auf, dann brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Falls Symptome auftreten, dann fahren Sie sofort zum Tierarzt, der Ihr Tier entsprechend behandeln wird.

  4. Es ist immer gut, wenn Sie die Giftquelle kennen. Nehmen Sie Teile der Pflanze deshalb ruhig mit zum Tierarzt. Auch Erbrochenes kann dem Arzt bei einer genauen Diagnose helfen.

  5. Behandeln Sie Ihr Tier nicht selbst, sondern überlassen Sie die Vorgehensweise dem Experten. Verabreichen Sie Ihrem Tier auf keinen Fall Milch oder Öl, um Erbrechen auszulösen. Dadurch wird das Gift im Körper nur gebunden.

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