30.11.2012

81 Prozent sagen Leistung lohnt sich nicht!

Kinder sind unsere Zukunft. Doch Deutschland schafft es nicht, allen Kindern für diese Zukunft genug Mut, Bildung und Selbstvertrauen mitzugeben. Anderen Ländern gelingt das besser. Was wir zum Beispiel von Schweden lernen können.

null

Wissen Sie noch, was Sie früher mal werden wollten? Tierärztin vielleicht? Eine Primaballerina? Oder Lehrerin? Träume hatten wir, Ziele - Vorfreude auf die Zukunft! Heute kennen immer mehr Kinder dieses Kribbeln im Bauch nicht mehr. Stattdessen denken sie: „Ich schaffe das sowieso nicht“ oder: „Och, wenn alles nicht klappt, werde ich eben Hartz IV, wie Papa.“


Jedes fünfte Kind wächst in schwierigen Verhältnissen auf - in einer Familie, die jeden Cent umdrehen muss. In der für Nachhilfe oder Musikunterricht kein Geld da ist. In der Mama und Papa ohne Job, womöglich auch ohne Antrieb sind. Diese Kinder haben es schwer, es später „mal besser“ zu haben. Von ihnen schaffen es höchstens 29 Prozent aufs Gymnasium, 50 000 Kinder im Jahr verlassen die Schule ganz ohne Abschluss. Warum das so ist und wie andere Länder ihre Jüngsten besser für die Zukunnft rüsten - das wollten wir herausfinden. Im Rahmen unserer Studienreihe „BILD der FRAU-Frauenbilder“ haben wir das Institut für Demoskopie Allensbach mit einer Studie beauftragt und Menschen in Schweden und Deutschland zu Betreuung, Förderung und Erziehung von Kindern befragt - unterstützt wurden wir dabei vom Familienministerium. Die Ergebnisse sind teils erschreckend - aber sie zeigen auch, was sich ändern muss (und kann), damit möglichst jedes Kind die Chance auf bestmögliche Bildung bekommt.

> Sehen Sie hier das Video zur Studie



_____________________________________________________________________


Prof. Renate Köcher leitet das Institut für Demoskopie Allensbach.

Haben die Ergebnisse der Studie Sie überrascht?
„In Deutschland zweifeln vor allem die unteren Schichten an ihren Aufstiegschancen. Dass die Schweden quer durch alle Schichten mehr glauben, dass sich Leistung lohnt, finde ich bemerkenswert.“


Was können wir lernen?
„Eltern mehr bei Kinder-Förderung zu unterstützen. Dazu kann der Staat einiges beitragen: In Schweden gibt es zum Beispiel in den Betreuungseinrichtungen für Kinder einen sehr hohen Qualitätsstandard.“


Und wenn sich nichts ändert?
„Dann geht Potenzial verloren: Viele Frauen denken immer noch, sie müssten sich zwischen Job und Kind entscheiden. Und wenn wir Kinder nicht so fördern, dass die unterschiedlichen Voraussetzungen in den Elternhäusern ausgeglichen werden, bleibt viel Talent unentdeckt. Mit Bildung und Betreuungsmöglichkeiten investieren wir in die Zukunft unseres Landes!“

1 2 3 4
Kommentare einblenden