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Spielzeug? Das ist keine neumodische Erscheinung, denn Kinder haben zu allen Zeiten mit irgendetwas gespielt. Betrachtet man archäologische Funde, dann gab es bereits in der Steinzeit ein der Puppe nicht unähnliches Spielzeug.
Ist es ratsam, die Kinder nur mit pädagogisch sinnvollen Dingen spielen zu lassen? Was zeichnet „gutes“ Spielzeug aus und wie erkennt man, ob ein Spielzeug sicher ist? Ein Versuch, ein wenig Licht in den Spielzeugdschungel zu bringen und ein Plädoyer dafür, öfter mal wieder auf das Bauchgefühl zu vertrauen. Sinnvoll oder nicht - ist das die richtige Frage?Vor allem frischgebackene Eltern machen sich Gedanken darüber, welches Spielzeug es sein soll und der Wunsch, dem heranwachsenden Nachwuchs pädagogisch wertvolles Spielzubehör in die Hand zu drücken, nimmt bisweilen absurde Züge an. Was ist Spielzeug überhaupt und wozu wird es benötigt?
Das ideale Spielzeug weckt die Neugier, fördert die Kreativität und wird so schnell nicht langweilig. Es wird untersucht, betastet, in den Mund gesteckt und – gelegentlich mit vollem Körpereinsatz - auf Herz und Nieren überprüft. Schön, wenn ein Spielzeug das mitmacht und nicht vor dem Forscherdrang der Kleinen kapituliert. Pädagogisch sinnvoll? Die Frage stellt sich nicht. Kann denn etwas, was so ausgiebig untersucht und bespielt wird, nicht wertvoll sein? Unnütz zu hinterfragen, warum das blinkende „Multifunktionsspielzeug“ unberührt in der Ecke liegt, während der alte Holzkochlöffel und die Plastikschüssel partout nicht mehr hergegeben werden. Warum nicht einfach dem Nachwuchs vertrauen, der ganz offensichtlich seinen Spaß hat?
Viel wichtiger als die Sinnfrage ist ohnehin die Frage nach der Sicherheit des Spielzeugs. Können sich Kleinteile lösen und verschluckt werden? Löst sich die Farbe? Riecht das Spielzeug intensiv nach Chemie? Dann weg damit! Über „sinnvolles“ Spielzeug lässt sich streiten. Über die an der CE-Kennzeichnung erkennbare Sicherheitsprüfung nicht. Vorsicht auch bei Billig-Spielzeug, welches den Sicherheitsrichtlinien nicht immer entspricht.
Wie außergewöhnlich sollte ein „gutes“ Spielzeug sein? Weniger ist mehr – aus einem einfachen Grund: Für die Kleinen ist es das Größte, mit dem Spielzeug die ganz alltäglichen Dinge des Lebens zu imitieren. Warum sonst stehen wohl Puppenküche, Kaufmannsladen, der Spielzeugstaubsauger oder das Plastikwerkzeug bei den Kindern so hoch im Kurs?
Es stellt sich eher die Frage, ob das Kindergartenkind tatsächlich einen eigenen Kaufmannsladen benötigt, wenn es doch die tolle Möglichkeit gibt, dem Knirps beim Einkauf im Tante Emma Laden mehr Freiraum zu lassen. Oder den Nachwuchs, so er daran Gefallen findet, ruhig auch mal mit dem Staubsauger hantieren zu lassen. Oder mit Mamas Schminke – es muss ja nicht gleich die teure sein.
Eltern, die die Vorlieben ihrer Kinder aufmerksam beobachten, finden so einiges, was die Kinder interessiert. Das ist in den wenigsten Fällen ein vorgefertigtes Spielzeug, das nur eine sehr überschaubare Bandbreite an Spielmöglichkeiten bietet oder – im schlimmsten Fall – gar nur eine Spielmöglichkeit zulässt. Ein solches Spielzeug wird bald in der Ecke landen – ungeachtet dessen, ob es pädagogisch sinnvoll ist oder nicht.
Das richtige Spielzeug? Lässt sich vielseitig bespielen, ist dem Alter des Kindes angemessen, wird vom Nachwuchs ganz schnell ins Herz geschlossen und nicht mehr hergegeben. Übrigens: Die Spielzeug-Klassiker stehen noch immer hoch im Kurs. Ob Puppe, Kuscheltier, Auto, Legosteine oder Bilderbuch – das ist die Grundausstattung, die in jedes Spielzeugregal gehört. Der Rest findet sich von selbst. | ||||||
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Veröffentlicht von der Familie & Leben-Redaktion
am 09/02/2011
Inhaltsverzeichnis Spielzeug: Viel mehr als nur Kinderquatsch
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