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Susanne Heisse hat eine Umweltinitiative ins Leben gerufen, die beispiellos ist. Ohne große Organisation im Rücken, ohne öffentliche Gelder. BILD der FRAU besuchte die Gründerin von "Pura Vida" in Guatemala - und traf eine Frau, die beweist, wie viel ein einziger Mensch mit Mut und Herz bewegen kann.
Mit Recycling-Festen zum Umweltschutz Heute ist an ihrer Grundschule „Recycling-Fest“, Susanne Heisse hat es organisiert. Sie wirbelt fröhlich zwischen den Maya-Kindern herum, packt hier mit an, erklärt dort. Vor 22 Jahren ist die gebürtige Ostberlinerin nach Guatemala ausgewandert. Dort fällt ihr sofort zweierlei auf: Wie unfassbar schön dieses Land ist - und wie „zugemüllt“. Vor allem Plastikabfall, biologisch nicht abbaubar, belastet die Natur, landet tonnenweise im Atitlan-See, in den Schluchten und Flüssen. „Überall gibt es wilde Müllhalden“, sagt Susanne Heisse. „Als ich die mitten in der Natur vor sich hin stinken sah, blieb mir fast das Herz stehen.“ Aber Susanne Heisse ist eine Frau, die sich nicht lange mit Jammern aufhält. Sie gründet die „Pura Vida Atitlan“-Bewegung. Sie erfindet den Öko-Baustein und löst damit eine Recycling-Bewegung aus, die weltweit für Aufsehen sorgt. Aus Öko-Bausteinen entstehen Häuser Öko-Baustein? So heißen die mit weichem Verpackungsmüll gefüllten Plastikflaschen, mit denen Susanne Heisse und ihre Helfer Häuser bauen. Die Flaschen werden in einem Konstrukt aus Holzrahmen und Maschendraht übereinandergestapelt. So entstehen, von Experten geprüft, stabile Wände. Später werden diese Wände mit Lehm fixiert und ganz normal verputzt. Bis zu 40.000 Öko-Bausteine braucht man für ein Pura-Vida-Haus. 80 Gebäude gibt es schon, vor allem Schulen und Wohnhäuser für arme Familien. Denn das ist neben Naturschutz und Müllentsorgung das dritte große Plus der genialen Idee: Die Öko-Häuser sind bezahlbar. „Die Leute kommen raus aus ihren maroden Hütten und können in ein richtiges Zuhause ziehen“, sagt Susanne Heisse. „Perfekt isoliert und erdbebensicher.“ Die 51-Jährige nennt sich selbst scherzhaft eine „Frau mit Müll-Mission“. Susanne Heisses Öko-Bausteine verbreiten sich in ganz Lateinamerika Umweltgruppen aus Peru, Mexiko, Nicaragua und El Salvador ahmen ihre Idee inzwischen nach. „Wir könnten noch viel mehr tun“, sagt sie, „aber an allen Ecken und Enden fehlt das Geld.“ Ihr selbst geschriebenes Recycling-Handbuch ist inzwischen vergriffen, ein Büro hat sie nicht, von der Regierung gibt’s keine finanzielle Unterstützung, ein Auto fehlt ihr auch. „Aber irgendwie geht’s weiter. Was denn sonst?“ Susanne Heisse wohnt in einem winzigen Haus in San Marcos, einem Dorf direkt am Atitlan-See. In der Küche bereitet sie ihre Projekte vor. Vor der Tür wachsen Bananenstauden, exotische Blumen. Die gelernte Buchbinderin lebt allein, aber fast täglich kommt Leo (24) vorbei. Der Computer-Student hilft ihr, die Internetseite ihrer Organisation regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen. „In Freiheit zu leben, in einem fernen Land, wo es warm und exotisch ist“ - davon hat Susanne Heisse schon als Kind geträumt. „Damals in der DDR hab ich Indianerbücher verschlungen“, erzählt sie lächelnd. Heute lebt sie tatsächlich unter Indios, den Mayas, einer der ältesten Kulturen überhaupt. Aber sie macht sich Sorgen um die Menschen, die sie in ihrer neuen Heimat so freundlich empfangen haben. » Lesen Sie weiter: Guatemala - ein Land mit vielen Problemen Text: Erika Krüger Bilder: G. Ohlenbostel, Puravida | ||||||
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Rote Lippen schminken: Die Expertin zeigt, wie's geht | ||||||
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Veröffentlicht von der Menschen & Leben-Redaktion
am 26/02/2013
Inhaltsverzeichnis
Einfach aber genial: Susanne Heisse baut aus Plastik Häuser
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