Stevia: Infos zum Zuckerersatzstoff

Stevia: Infos zum Zuckerersatzstoff




Keine Kalorien, süß und gut für die Zähne: Der Zuckerersatzstoff Stevia darf ab Dezember 2011 nun auch in Deutschland verkauft werden. Lesen Sie hier, was Sie damit süßen können, und wie er sich von herkömmlichem Süßstoff unterscheidet.

Stevia ist ab Dezember 2011 als Zuckerersatz auch in Deutschland frei verkäuflich. - Stevia: Infos zum Zuckerersatzstoff
Stevia ist ab Dezember 2011 als Zuckerersatz auch in Deutschland frei verkäuflich.
Süßer als Zucker, aber frei von Kalorien, nicht schädlich für die Zähne und im Gegensatz zu künstlichen Süßstoffen ein natürliches Produkt: Das Süßungsmittel Stevia kursiert seit Jahren immer wieder durch die Medien. In Frankreich und der Schweiz ist der aus einer Pflanze gewonnene Zuckerersatz bereits seit einiger Zeit als Zusatzstoff zugelassen. In Deutschland ist er ab dem 2. Dezember 2011 nun auch erhältlich.

Stevia im Kurzporträt

Stevia ist eine Pflanze, die auch Honigkraut genannt wird und aus Paraguay stammt. Dort wird sie schon seit Jahrhunderten unter anderem zum Süßen von Speisen genutzt. Die Süßkraft ist 300-mal so groß wie die von herkömmlichem Haushaltszucker. Stevia ist dabei frei von Kalorien.

Von Südamerika aus startete Stevia seinen Siegeszug nach Japan und in die USA, wo es seit Jahren von der Lebensmittelindustrie etwa zur Herstellung von kalorienarmen Getränken eingesetzt wird. Auch andere asiatische Länder sind von Stevia begeistert.

In den Ländern der Europäischen Union dagegen tat sich Stevia ein wenig schwer. In Frankreich oder der Schweiz sind seit einiger Zeit mit Stevia gesüßte Lebensmittel erhältlich. Die Zulassung für Deutschland hat etwas länger gedauert. Denn der Zuckeraustauschstoff Stevia gehört zu den sogenannten "Zusatzstoffen". Damit Zusatzstoffe in Deutschland verwendet werden dürfen, werden sie vorab von der Europäischen Sicherheitsbehörde (EFSA) genau geprüft. In gezielten Versuchen an Tieren und Zellkulturen wird getestet, wie sich der Zusatzstoff im Körper verhält, ob er Zellen verändert und womöglich krebserregend ist. Auf diese Weise wird kontrolliert, in welcher Menge ein Zusatzstoff für Menschen ungefährlich ist. Steht diese Menge fest, wird sie vorsichtshalber durch 100 geteilt. Dieser Wert, der sogenannte ADI-Wert (acceptable daily intake = akzeptable tägliche Dosis) ist die sichere Tagesdosis, die auch bei lebenslanger Aufnahme keine Gesundheitsbeeinträchtigungen verursacht.

Die Überprüfung von Stevia ist abgeschlossen: Der in den sechziger Jahren aufgetretene Verdacht, dass es krebserregend sein könnte, hat sich nicht bestätigt. Ab dem 2. Dezember 2011 wird Stevia in Deutschland offiziell als Zuckerersatzstoff erhältlich sein. Es darf dann bei der Herstellung von Lebensmitteln verwendet werden und taucht in der Zutatenliste als E 960 auf.

Stevia kann man beispielsweise zum Süßen von Kaffee & Co. verwenden.
Stevia kann man beispielsweise zum Süßen von Kaffee & Co. verwenden.
Wie wird Stevia verwendet?

Stevia wird als Süßungsmittel frei erhältlich sein und kann wie Süßstoff als Zuckerersatz zum Süßen von Getränken verwendet werden. Auch die Lebensmittelindustrie freut sich auf das neue Produkt. Insbesondere in der Getränkeindustrie plant man, einige Herstellungsverfahren auf Stevia umzustellen. Auch in Marmeladen, Joghurt, Desserts und Süßigkeiten soll es zum Einsatz kommen.

Ganz so einfach wird es die Industrie jedoch nicht haben. Die EFSA hat eine Grenze für die Verwendung von Stevia gesetzt. Damit der Verzehr gesundheitlich vollkommen unbedenklich ist, hat die EFSA einen Grenzwert von 240 Milligramm pro Tag festgelegt. Das führt dazu, dass die Industrie nicht beliebig viel Stevia einsetzen darf. Bei einem Liter Limonade darf nur etwa ein Drittel des Zuckers durch Stevia ersetzt werden. Der Rest bleibt Zucker oder wird wie bisher durch künstliche Süßstoffe getauscht.

Stevia wird als Pulver, Flüssigkeit oder in Form von Tabletten angeboten. Um die richtige Süßkraft herauszufinden, muss umgerechnet werden, wie viel Zucker der Menge Stevia entspricht. Für Stevia-Anfänger eignen sich spezielle Rezepte besonders gut. Im Haushalt lässt sich der Ersatzstoff wie Zucker verwenden. Allerdings sollte beim Backen nicht der ganze Zucker durch Stevia ersetzt werden, da Zucker wichtig für den Backprozess ist und für Volumen und Zusammenhalt des Teigs sorgt.

Stevia: Vorteile gegenüber künstlichen Süßstoffen?

Es hört sich so gut an: Ein pflanzliches Produkt mit enormer Süßkraft und keinen Kalorien. Stevia könnte die bislang verwendeten, künstlich hergestellten Süßstoffe wie Aspartam teilweise ablösen. Viele Verbraucher würden sich darüber wohl freuen, denn Süßstoffe haben einen schlechten Ruf: Sie sollen die Lust auf Süßes erst recht anheizen, und Kritiker bezweifeln immer wieder ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit. Unbegründet, denn auch Süßstoffe sind Lebensmittelzusatzstoffe und wurden vor der Zulassung, genau wie Stevia, sorgfältig geprüft.

Gut zu wissen: Wer sich von Stevia nun einen rein pflanzlichen Zuckerersatzstoff erhofft, der wird enttäuscht. Zwar stammt Stevia ursprünglich von einer Pflanze, die jetzt zugelassenen Steviolglykoside werden allerdings durch ein chemisches Verfahren gewonnen. Deswegen sollte man sich demnächst nicht von Verpackungsslogans in die Irre führen lassen, die mit „natürlicher Süße“ werben.


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db

  

Veröffentlicht von der Diät & Ernährung-Redaktion
am 01/12/2011

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