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Statt Obst und Gemüse lieber eine Tablette? Nahrungsergänzungsmittel scheinen eine Lösung für alle zu sein, die wenig Zeit im Alltag haben und bei denen die gesunde Ernährung schnell hintenüberfällt. Doch sind Pillen, Kapseln und Tabletten ein gleichwertiger Ersatz für Obst und Gemüse?
Was sind Nahrungsergänzungsmittel?Tablette, Kapsel oder hochdosiertes Pulver, Nahrungsergänzungsmittel sehen aus wie Arzneimittel, rein rechtlich sind sie jedoch den Lebensmitteln zugeordnet und fallen damit unter das Lebensmittelgesetz. Wie der Name verrät, sollen sie unsere normale Nahrung um Vitamine, Mineralstoffe oder Aminosäuren ergänzen.Da Nahrungsergänzungsmittel zu den Lebensmitteln gehören, müssen sie nicht wie Arzneimittel zugelassen werden. Sie werden lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) registriert. Für die Sicherheit und korrekte Auszeichnung sind allein die Hersteller verantwortlich. Zusätzlich kontrollieren die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer das Angebot. Nahrungsergänzungsmittel dürfen nicht dazu bestimmt sein, Krankheiten zu heilen oder zu verhüten. Auf ihrer Packung oder in der Werbung dürfen sie dieses auch nicht versprechen. Diese Nahrungsergänzungsmittel sind auf dem Markt erhältlichVitamine wie Vitamin C oder die B-Gruppe sowie Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Calcium sind die Nahrungsergänzungsmittel, die am weitesten auf dem Markt verbreitet sind. Teilweise werden sie einzeln angeboten, aber es sind auch Multivitaminpräparate oder Kombinationen von Nährstoffen für beispielsweise schöne Haare oder starke Fingernägel erhältlich. Daneben gibt es vitaminähnliche Stoffe wie Coenzym Q10, Fettsäuren, zu denen auch Omega-3-Fettsäuren zählen oder Aminosäuren wie L-Carnitin, die gerne für Sportler oder zum Abnehmen angeboten werden. Auch sekundäre Pflanzenstoffe, wie Phytosterine und Pflanzenextrakte, werden als Nahrungsergänzungsmittel verkauft.
Was bringen Nahrungsergänzungsmittel wirklich?Kann eine Vitamin C-Brausetablette eine nahende Erkältung verhindern? Leider nicht. Vitamin C ist zwar ausgesprochen wichtig für unser Immunsystem, doch unser Körper kann es nur in kleinen Mengen speichern. Nehmen Sie mit einem Nahrungsergänzungsmittel mehr auf, als Sie tatsächlich benötigen, dann scheidet der Körper einen guten Teil des überschüssigen Vitamin C einfach aus.Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt: "Besser als Vitamin C in Tablettenform sind frische Früchte. Schon mit zwei großen Kiwis am Tag decken Sie Ihren kompletten Bedarf." Magnesium ist der Mineralstoff der Wahl, wenn man unter Wadenkrämpfen leidet. Denn Magnesium entkrampft und soll dem Schmerz ein Ende bereiten. Leider hilft auch hier das Nahrungsergänzungsmittel nur bedingt. Denn damit es entkrampft, muss es regelmäßig eingenommen werden. Zudem sind die in der Drogerie erhältlichen Produkte meist zu niedrig dosiert. Ob in der Drogerie oder im Fitnessstudio, überall gibt es mittlerweile Eiweiß als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen. Hobbysportler sind schnell der Meinung, dass sie eine Extra-Portion Eiweiß als Nahrungsergänzungsmittel benötigen. Der Bedarf wird jedoch über die normale Ernährung ausreichend gedeckt. Silke Restemeyer: "Der einfache Freizeitsportler benötigt kein extra Protein. Lediglich Leistungssportler, die mehrere Stunden pro Tag hart trainieren, benötigen eine erhöhte Proteinzufuhr. Doch auch diese lässt sich durch eine ausgewogene Ernährung decken." Beliebt sind Nahrungsergänzungsmittel mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Schließlich soll hier eine Tablette alles enthalten, damit man gesund und munter durch den Tag kommt. Silke Restemeyer jedoch rät davon ab: "Diese Präparate sind wenig sinnvoll. Denn die gleichzeitige Aufnahme der verschiedenen Nährstoffe ist für den Körper nicht immer gut. So wird beispielsweise die Aufnahme von Eisen durch eine gleichzeitig hohe Aufnahme von Calcium gestört." Besser als ein Nahrungsergänzungsmittel ist eine ausgewogene Ernährung. Denn neben Vitaminen und Mineralstoffen enthalten Lebensmittel wie Obst, Gemüse oder Vollkornprodukte auch sekundäre Pflanzenstoffe, die ebenfalls wichtig für unsere Gesundheit sind. Im Lebensmittel kommen die Nährstoffe zudem in natürlicher Form vor und werden vom Körper besser verwertet. Sind Nahrungsergänzungsmittel schädlich?Vitamine und Mineralstoffe schützen den Körper und unterstützen ihn bei wichtigen Stoffwechselprozessen oder der Stärkung des Immunsystems. "In zu hoher Dosierung kann jedoch die Gesundheit geschädigt werden", sagt Silke Restemeyer. "So wurden bereits verschiedene Studien veröffentlicht, die zeigen, dass hochdosierte Betacarotin-Nahrungsergänzungsmittel bei Rauchern das Risiko für Krebserkrankungen erhöhen. Auch ein Zuviel an Vitamin A kann während einer Schwangerschaft für das ungeborene Kind schädlich sein.“ Bevor Sie also zu einem Nahrungsergänzungsmittel greifen: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und lassen Sie sich einen Mangel bestätigen. Zusammen können Sie dann schauen, ob eine Änderung Ihrer Ernährungsweise den Mangel beseitigen kann oder ein Nahrungsergänzungsmittel Sinn macht.
Nahrungsergänzungsmittel: Für wen sind sie sinnvoll?Die gute Nachricht: In Deutschland sind fast alle Menschen ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Das zeigen die Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II, die 2008 veröffentlicht wurden. Lediglich die Aufnahme von Vitamin D, Folsäure und Jod liegt bei vielen Menschen unter den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Doch das heißt nicht, dass diese Menschen tatsächlich einen Mangel haben. Denn die Referenzwerte der DGE haben einen Sicherheitszuschlag von 20 bis 30 Prozent.Es gibt jedoch Menschen, die von einem Nahrungsergänzungsmittel profitieren. So wird beispielsweise Folsäure gerne bei jungen Frauen eingesetzt, die schwanger werden wollen. Hier ist eine ausreichende Zufuhr sehr wichtig, um einer Fehlbildung des Nervensystems beim Embryo, dem ‚offenen Rücken‘ vorzubeugen. Schwangere und junge Frauen haben ab und zu auch einen leichten Eisenmangel, der nur schwer durch die Ernährung aufgefangen werden kann. Auch für ältere Menschen, Hochleistungssportler sowie strenge Veganer kann ein Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. Allerdings nur nach Rücksprache mit einem Arzt. Lesen Sie außerdem auf bildderfrau.de: » Stevia - der perfekte Ersatz für Süßstoff? » Gesundes Fett: Omega 3 Fettsäuren » Mindesthaltbarkeitsdatum: Gehören abgelaufene Lebensmittel in den Müll? db | ||||||
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Veröffentlicht von der Diät & Ernährung-Redaktion
am 12/01/2012
Inhaltsverzeichnis Nahrungs
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