10.01.2017

Juice Cleanse Wie gut entgiften Saftkuren wirklich?

Saftkuren sind besonders am Jahresanfang sehr beliebt.

Foto: istock/knape

Saftkuren sind besonders am Jahresanfang sehr beliebt.

Passend zum Jahresanfang und unseren guten Vorsätzen verzeichnen Unternehmen mit Saftkuren einen Boom. Doch was bekommen Sie für Ihr Geld?

 

Wenn das neue Jahr beginnt, nehmen wir uns oft eine Menge vor: etwas abzunehmen, uns gesünder zu ernähren, mehr Sport zu machen, mit dem Rauchen aufzuhören, sparsamer zu leben oder eine Herausforderung zu meistern. Seit einigen Jahren sind vor allem Saftkuren, sogenannte Juice Cleanses , gefragt. Ob Sie sich nun entscheiden nur einen oder fünf Tage nur von Saft zu leben, eine Herausforderung ist es allemal. Alleine der psychologische Aspekt, einen oder mehr Tage nicht zu kauen, sondern lediglich Flüssignahrung zu sich zu nehmen, sollte nicht unterschätzt werden.

Anbieter für Saftkuren gibt es zahlreiche auf dem Markt, denn nicht jeder hat einen Entsafter, geschweige denn einen sogenannten Slow-Juicer zuhause. Auch der zeitliche Aspekt, kiloweise Obst und Gemüse zu pressen,fällt bei vielen ins Gewicht, denn selbst bei Saftkuren siegt die Bequemlichkeit oft.

Damit Sie sich nicht selbst durch den Dschungel an Anbietern, die alles bequem zu Ihnen nach Hause schicken wühlen müssen, haben wir ein paar Anbieter genauer unter die Lupe genommen und Ihnen einen übersichtlichen Vergleich zusammengestellt.

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Alle Anbieter versenden kaltgepresste Säfte, die nicht erhitzt wurden und somit versprechen, besonders nährstoffreich zu sein.

Preise der Saftkuren im Überblick

  Preis pro Tag (inkl. Versand) Preis für 3 Tage (inkl. Versand) Preis für 5 Tage (inkl. Versand)
Yuicery 41 € 123 € 205 €
The Frank Juice 40 € 108 € 178 €
Kale and Me 34,50 € 86,50 € 142,50 €
Rawganic Revolution 23,90 € 56,90 € 93,80 €
Detox Delight 56 € 135 € 220 €
LA Coldpress 70 € 195 € 308 €
Dean and David 43,95 € 115,95 € 190,95 €

Der augenscheinlich günstigste Anbieter ist Rawganic Revolution, jedoch versendet dieser Anbieter lediglich 330ml-Flaschen. Ähnlich schaut es bei Kale and Me aus, bei denen der Blick auf den Preis vielversprechender als der Inhalt ist: Die Flaschen fassen nur 320ml. Alle anderen Anbieter verwenden 500ml-Flaschen. Während also der Großteil der Anbieter 3 Liter Saft pro Tag einplant, bekommen Kunden von Kale and Me und Rawganic Revolution nur 1,98 bzw 1,92 Liter pro Saft-Tag.

Wird die feste Nahrung gestrichen, möchte man trotzdem etwas zu sich nehmen. Allein der Nährstoffbedarf des Körpers will gedeckt werden, was bei weniger als 2 Litern knapp wird. Passend zum Jahresanfang locken zum Beispiel Yuicery, The Frank Juice und Dean and David mit Sonderpreisen, wie kostenlosem Versand oder einem Preisnachlass auf die Cleanses.

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Was ist bei einer Saftkur zu beachten?

Von heute auf morgen in eine Saftkur einzusteigen ist zwar möglich, aber unser Körper freut sich auch über eine Vorbereitung. Diese sieht vor schon zwei Tage vor der Kur die Essgewohnheiten anzupassen und auf Fleisch, Brot, Zucker, Alkohol, Milch und Fisch zu verzichten. Das erleichtert das Durchhalten der Saftkur und hilft dem Stoffwechsel mit der Veränderung.

The Frank Juice gibt seinen Kunden auch einen Booklet mit Rezeptvorschlägen mit, die die Kur der Teilnehmer unterstützen soll. Darin finden sich auch zahlreiche Tipps, die die Kur erleichtern sollen, wie zum Beispiel sich wärmer als sonst anzuziehen, da man während des Cleanses zum Frieren neigt. Dagegen helfen auch heiße Tees und Zitronenwasser.

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Die Redaktion hat verkostet

In unserer Redaktion haben wir die Geschmacksprobe auf The Frank Juice gemacht: Der gelbe Saft mit Ananas hat durch die Bank überzeugt, sowohl die Saftkur-Erprobten als auch diejenigen, die noch keine Saftkur gemacht haben. Auch die Cashew-Milch, die bei einer Saftkur das Nachmittagstief gut überbrücken kann und Energie liefert, schmeckte so gut wie allen. Die Gemüter gespalten haben die grünen Säfte, die entweder auf sehr viel Gegenliebe oder auf blanke Ablehnung stießen.

Der rote Saft mit Rote Bete ist eine ähnliche Angelegenheit: Entweder man liebt Rote Bete, oder man hasst sie. So in etwa fasst auch The Frank Juice seine Erfahrungen zusammen: Bei Einsteigern sind vor allem rote, gelbe und weiße Säfte beliebt, grüne dagegen eher weniger. Besonders bei den Cleanse-Erprobten steigen grüne Säfte in der Beliebtheit, denn sie enthalten weniger Obst und somit weniger Zucker.

Saftkuren können bei einem Neustart helfen

Preislich gibt es große Unterschiede zwischen den Anbietern, wobei Januar die günstigste Zeit sein dürfte, um eine Saftkur auszuprobieren. Auch wenn es bereits zusammengestellte Pakete gibt, gibt bei einigen Anbietern die Möglichkeit, die Pakete an den eigenen Geschmack anzupassen und Geschmacksrichtungen, die einem nicht so zusagen, durch andere zu ersetzen.

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Eine Vorbereitung der Kur ist empfehlenswert, aber eine kurze Rückversicherung, ob die Saftkur gesundheitlich bedenklich ist, sollte entweder mit einem Ernährungsberater oder den Hausarzt abgesprochen werden. Die tatsächliche Entgiftung des Körpers führt dieser eigentlich selbst durch mit den Nieren und der Leber. Ein psychologischer Aspekt kommt aber hinzu, denn das bewusste Unterbrechen der eigenen Routinen und das Hineinhören in den Körper kann dabei unterstützen eine Ernährungsumstellung in Angriff zu nehmen. Es ist also ein ähnlicher Aspekt wie die guten Vorsätze zum neuen Jahr, die man aber auch zu jedem anderen Zeitpunkt vornehmen könnte.

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Deshalb ist es auch nicht überraschend, dass gerade zum Jahresbeginn die Saftkuren ebenso wie Yoga-Challenges und Fitness-Apps omnipräsent sind. Wenn die guten Vorsätze versprechen zu einem gesünderen, schlankeren und erfolgreicheren Menschen zu werden.

Ob wir dafür allerdings Saftkuren brauchen ist die Frage. Zur Entgiftung unseres Körpers haben wir schließlich unsere Leber und unsere Galle. Ernährungstoxikologen sind sich auch einig, dass unsere körpereigenen Mechanismen ausreichen, um den Körper von unnötigen Substanzen, wie den sogenannten Schlacken, zu befreien. Wenn es aber dabei hilft, alte Angewohnheiten zu durchbrechen und gesunde Gewohnheiten zu etablieren, spricht per se erst einmal nichts gegen eine kurzzeitige Saftkur.

Bei gesundheitlichen Einschränkungen kann es aber empfehlenswert sein, zuvor einen Arzt heranzuziehen. Ob Saftkuren Krebs heilen können oder der Mensch nur von Säften allein überleben kann, mögen Ärzte und Wissenschaftler bezweifeln.

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