Fett macht fett?

Fett macht fett?



Übergewicht ist heute kein vereinzeltes Problem mehr. In der Bundesrepublik ist etwa jeder zweite Erwachsene deutlich übergewichtig (BMI über 25) und auch bei Kindern steigen die Zahlen ständig. Aber woher kommt das Übergewicht?


 - Fett macht fett?
Es gibt zwei Hauptgründe für Übergewicht, eine zu hohe Energieaufnahme durch zu viele und falsche Lebensmittel und zu geringer Energieverbrauch, was in der Regel durch mangelnde Aktivität zu erklären ist.

Wer zuviel wiegt isst in der Regel mehr Fett als Normalgewichtige. Das haben Untersuchungen an der Universität Göttingen bestätigt. Denn zuviel des "Guten" ist nicht gut. Wenn die Energie- und Fettzufuhr auf Dauer die nötige Energiemenge übersteigt, legt der Körper alles sofort für "schlechte Zeiten" in Depots wie Bauch, Hüften, Oberschenkeln und in den Organen an.

Übergewicht durch zu hohen Fettverzehr?

Im Vergleich hat Fett 9 kcal pro g und Eiweiß und Kohlenhydrate nur 4 kcal pro g. Fett ist also wesentlich energiereicher im Vergleich zu den anderen Nährstoffen. Fett wird vom Körper als Energiereserve bevorzugt und weist im Vergleich zu Kohlenhydraten auch eine ungünstigere Bereitstellung der Energie auf (nach ca. 20 Minuten Aktivität und nur mit Sauerstoff).
Der Körper braucht aber Fett und Fett ist somit ein essentieller Nährstoff für den Körper, der täglich zugeführt werden muss.

Empfehlungen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt bis zu 30 % der aufgenommenen Nahrungsenergie als Fett, ca. 50 % als Kohlenhydrate und etwa 15 bis 20 % als Eiweiß zu verzehren.
Bei den kohlenhydratreduzierten Ernährungsempfehlungen liegen die Kohlenhydrate im Vergleich bei 45 - 50 %, Fett bei 30 - 35 % und Eiweiß bei 20 %. Über den Tag verteilt dürfen Frauen 60 bis 70 g und Männern 80 bis 90 g Fett aufnehmen. Der Bundesbürger isst im Durchschnitt doppelt soviel - bis zu 120 g.
Grundsätzlich sollte ein bewusster Umgang mit Fett geübt werden - vor allem bei versteckten und tierischen Fetten. Denn den größten Teil der Gesamtfettmenge (ca. 65 %) nehmen wir überwiegend "versteckt" mit tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Käse und Milch sowie fetthaltigen Süßigkeiten, Knabbereien, Kuchen und Gebäck auf. Ziehen Sie hier fettärmere Produkte vor.

Kontrovers wird diskutiert, ob der süße Geschmack auf der Zunge eine erhöhte Insulinausschüttung hervorruft, wodurch der Blutzuckerspiegel sinkt und sich Hunger einstellt.
Prof. Michael Hamm von der Hochschule für angewandte Wissenschaften sagt:
„Dieses Thema ist nun endlich vom Tisch."
Da der erste Schritt der Kohlenhydratverdauung im Mund beginnt und damit die Insulinbereitstellung erst einher geht, wird auch keine Unterzuckerung eintreten und damit auch kein Heißhunger. Dieses Thema wird immer noch sehr kontrovers diskutiert, aber da Süßstoffe im Mund nicht als Kohlenhydrate bearbeitet werden, haben sie auch keine Insulinantwort.
Nur der süße Geschmack lockt kein Insulin hervor!

Es klingt vielversprechend und geradezu fantastisch einfach: Es soll Lebensmittel geben, die im Verdauungsvorgang mehr Kalorien verbrauchen als sie eigentlich liefern. Wir haben dieses Gerücht genauer unter die Lupe genommen.
Für Sie würde das bedeuten, dass Sie bei einem hochkalorischen Essen einfach einige Lebensmitteln mit “Negativ-Kalorien” zu sich nehmen und so die aufgenommene Energie zum Teil einfach wieder “weg essen”. Aber das ist nur die Theorie!

Hintergrund

Bestimmte Lebensmittel ziehen einen besonders hohen Verdauungsaufwand nach sich. Der Körper benötigt für diesen Vorgang mehr Energie als für die Verdauung anderer Lebensmittel. Angeblich ist dieser Mehraufwand sogar so hoch, dass mehr Kalorien verbraucht werden als das Lebensmittel liefert. Daher werden sie als “negative Kalorien” oder “Minuskalorien” bezeichnet.
Als Lebensmittel mit negativen Kalorien werden Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, kaltes Wasser und ballaststoffreiche Vollkornprodukte genannt. Einige Ratgeber, die “Negativ-Kalorien” zum Abnehmen empfehlen, weisen auf bestimmte Lebensmittelkombinationen hin, deren Verdauung reichlich Kalorien verbrauchen sollen.

Was ist dran?

Wie so oft, wenn es sich einfach zu schön anhört, ist es auch zu schön, um wahr zu sein. Kalorien sind das Maß für den Energiegehalt eines Lebensmittels. Jedes Lebensmittel (ausgenommen Wasser) liefert zunächst einmal Energie. Diese Energie wird entweder verbraucht oder gespeichert (Glykogen, Depotfett). Dabei funktioniert jeder Körper individuell unterschiedlich und verbraucht bei der Verdauung auch individuell unterschiedlich viel Energie.
Allgemeingültige Aussagen zum Energieverbrauch der Verdauung sind dadurch ziemlich schwierig. Außerdem ist der Energieverbrauch für die Verdauung bereits im Grundumsatz des Menschen berücksichtigt. Der Grundumsatz besteht aus der Energiemenge, die benötigt wird, um im Ruhezustand alle Funktionen des Organismus aufrecht zu erhalten. Dazu gehört auch der Verdauungsvorgang.
Wird durch geschickte Lebensmittelauswahl weniger Energie aufgenommen als verbraucht wird, nimmt man ab. So einfach ist das!
Die Theorie der “Negativ-Kalorien” enthält aber auch ein Körnchen Wahrheit. Eiweißreiche Lebensmittel benötigen bei der Verdauung nämlich tatsächlich etwas mehr Energie als kohlenhydrat- oder fettreiche Produkte. Kaltes Wasser, das bekanntlich keine Kalorien liefert, muss im Organismus auf die Körpertemperatur von 37°C erwärmt werden. Für einen Liter Eiswasser benötigt der Körper dafür etwa 37 Kalorien. Dieser geringe Energieverbrauch macht sich bei einer normalen Energieaufnahme von 2.000 bis 3.000 kcal pro Tag allerdings nicht sonderlich bemerkbar, wird aber gerne herangezogen, um die Theorie der “negativen Kalorien” zu untermauern.

Fazit

Aus wissenschaftlicher Sicht ist es also nicht möglich, dass Lebensmittel mehr Energie verbrauchen als sie liefern.
Der Grund, warum das Ernährungskonzept der “Minuskalorien” trotzdem häufig funktioniert, liegt einfach darin, dass generell bei dieser Diät wenig Fett und viel Obst und Gemüse empfohlen werden. Schließlich zählen alle Lebensmittel mit angeblich “negativen Kalorien” zur Gruppe der gesunden und kalorienarmen Lebensmittel.
Ein Sportprogramm gehört ebenfalls zur Diät, so dass durch die negative Energiebilanz (= mehr Energie wird verbraucht als aufgenommen) das Gewicht tatsächlich reduziert wird.
Wenn Sie abnehmen möchten, sollten Sie nicht auf Diätversprechungen hören, die Ihnen einreden, dass eine langfristige Gewichtsreduktion schnell und ohne jede Umstellung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens erfolgen kann. Lebensmittel, die bei ihrer Verdauung mehr Kalorien verbrauchen als sie selbst liefern, gibt es generell nicht.
Nehmen Sie aus der Theorie der “Negativ-Kalorien” am besten nur mit, dass eine flüssigkeitsreiche und ballaststoffbetonte Kost mit viel Obst und Gemüse sowie einem regelmäßigen Sportprogramm durch die negative Energiebilanz zu einer Gewichtsreduktion führt.


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Quellen u.a.:
1.Die ZEIT: Stimmts?, 48/1999
2.ARD Buffet: “Negative Kalorien” 03.2000

Veröffentlicht von der Diät & Ernährung-Redaktion
am 18/08/2010
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