Für alle, die abends auf Kohlenhydrate verzichten, bieten viele Bäckereien und Discounter mittlerweile ein spezielles Eiweißbrot an. Doch wie schmeckt das Brot und hilft es wirklich beim Abnehmen?
Anhängern von "Schlank im Schlaf", der Insulin-Trennkost nach Pape, ist Eiweißbrot schon länger ein Begriff. Nun wird das proteinhaltige Brot auch in vielen Bäckereien und Discountern verkauft. Dort wird es als das Wundermittel schlechthin angepriesen, um endlich die Traumfigur zu erlangen. Doch was ist wirklich dran an den Versprechungen?
Konsistenz & Geschmack: Das Eiweißbrot unter die Lupe genommen
Es sieht aus wie ein normales Vollkornbrot: bedeckt mit verschiedenen Körnern. Doch schon der erste vorsichtige Griff zeigt, dass sich das Eiweißbrot deutlich weicher anfühlt als ein klassisches Brot. Und auch der Geschmackstest überzeugt nicht ganz. Die Konsistenz ist zwar schön locker, aber das Eiweißbrot schmeckt weniger würzig als ein echtes Vollkornbrot.
Eiweißbrot oder normales Brot?
Doch warum sollten wir überhaupt zum Eiweißbrot greifen? Low Carb Anhänger setzen auf den geringen Kohlenhydratanteil, den das Eiweißbrot hat. 100 Gramm enthalten nur 11 Gramm Kohlenhydrate, dafür 24 Gramm Eiweiß. Im Vergleich dazu hat ein normales Roggenmischbrot 46 Gramm Kohlenhydrate und nur 6 Gramm Eiweiß.
Kohlenhydrate sind Fans von Low Carb Diäten ein Dorn im Auge - sei es in Form von Brot, Pasta, Reis oder Kartoffeln. Der Grund: Essen wir Kohlenhydrate, dann steigt der Blutzuckerspiegel an. Der Körper produziert Insulin, das den Blutzuckerspiegel senkt. Und Insulin hemmt die Fettverbrennung. Dazu kommt, dass unser Körper Kohlenhydrate zur Energiegewinnung braucht. Nehmen wir nur wenige Kohlenhydrate mit der Nahrung auf, dann greift der Körper auf Fettreserven zurück, um die Körperfunktionen aufrecht zu erhalten.
Insbesondere am Abend verzichten viele deswegen auf Kohlenhydrate, damit die Fettverbrennung über Nacht ungehindert stattfinden kann.
Weniger Kohlenhydrate, dafür mehr Fett
Wer jetzt denkt, er kann das Eiweißbrot in großen Mengen essen, der sollte sich besser die Nährwertangaben genau ansehen. Denn damit das Eiweißbrot dem klassischen Brot in Geschmack und Konsistenz möglichst ähnlich ist, werden bei der Herstellung viele Ölsaaten zugesetzt. Und das schlägt sich sowohl im Fettgehalt als auch im Kaloriengehalt nieder. 100 Gramm Eiweißbrot hat im Schnitt 260 kcal und einen Fettgehalt von 12 Gramm. Ein einfaches Roggenmischbrot kommt dagegen nur auf 217 kcal und 1 Gramm Fett.
Das sagen Ernährungsexperten zum Eiweißbrot
Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) steht dem Eiweißbrot kritisch gegenüber. "Grundsätzlich bedenklich ist die Vorgehensweise, Brot als ursprünglichem, wichtigem Kohlenhydratlieferanten die Kohlenhydrate zu entziehen und das Brot zum Eiweißlieferanten zu machen. In einer Ernährung mit den üblichen Lebensmitteln haben wir für jeden Nährstoff typische Lieferanten, z. B. Käse für Fett und Eiweiß; Brot und andere Getreideprodukte für Kohlenhydrate und Ballaststoffe."
Darüber hinaus bestätigt die Ernährungsexpertin: "Eine Gewichtsabnahme, also Fettabbau, ist grundsätzlich eine Frage der Energiebilanz und keine Frage des Wann-Welche-Nährstoffe-Essens. Gerade in puncto Energiegehalt schneiden Eiweißbrote im Vergleich mit anderen ausgewählten Broten oftmals schlechter ab, sie haben den höchsten Energiegehalt." Allergiker sollten sich die Zutatenliste zudem genau ansehen. Oft ist Lupineneiweiß enthalten, auf das viele Menschen allergisch reagieren.
Silke Restemeyers Tipp für alle, die langfristig abnehmen wollen: „Essen Sie viel Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte. Auch fettarme Milch und Milchprodukte sollten Sie täglich essen. Dazu ein- bis zweimal die Woche Fisch und bis zu 300 - 600 g fettarmes Fleisch und fettarme Wurstwaren pro Woche. Süßigkeiten und Fast Food sollten nur selten und in kleinen Mengen gegessen werden.“
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db
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