Mehlkunde: Mehltype, Verwendungszweck & Co.

Mehlkunde: Mehltype, Verwendungszweck & Co.




Mehl ist nicht gleich Mehl. Der Klassiker ist die fein gemahlene Mehltype 405, die aus Weizen gewonnen wird. Weizenmehl gibt es aber beispielsweise auch noch mit den Mehltypen 550 oder 1050. Und neben Weizenmehl wird auch Roggen- oder Dinkelmehl im Handel angeboten.

Mehl wird in unterschiedlichen Mehltypen angeboten. - Mehlkunde: Mehltype, Verwendungszweck & Co.
Mehl wird in unterschiedlichen Mehltypen angeboten.
Ausmahlungsgrad und Mehltype bei der Mehlherstellung

Bei der Herstellung von Mehl kann Getreide unterschiedlich stark ausgemahlen werden. Der sogenannte Ausmahlungsgrad gibt an, wie viel Mehl prozentual aus dem Getreidekorn gewonnen wird. Beträgt der Ausmahlungsgrad 65 Prozent, dann werden nur 65 Prozent des Getreidekorns verarbeitet. Schalenteile und Keimlinge werden größtenteils aussortiert, und es wird hauptsächlich der innere Kern des Getreides, der Mehlkörper, gemahlen.

Im direkten Zusammenhang mit dem Ausmahlungsgrad steht die Mehltype. Die Mehltype macht eine Aussage über den Mineralstoffgehalt, der im Mehl steckt. Bei der Mehltype 405 heißt das, dass in 100 Gramm Mehl 405 Milligramm Mineralstoffe stecken. Bei einem höheren Ausmahlungsgrad steigt die Mehltype, denn dann wurden auch mehr Schalenanteile zu Mehl verarbeitet, in denen viele Mineralstoffe stecken. Mehltypen gibt es für Weizen-, Dinkel- und Roggenmehl.

Welches Mehl wofür?

Weizenmehl hat sehr gut Backeigenschaften, deswegen wird es gerne zum Backen von Kuchen und Brot verwendet. Roggenmehl dagegen hat ein deutlich intensiveres Aroma und ist ein klassisches Brotmehl. Dinkel schmeckt ein wenig nussig und wird sowohl zu süßen Kuchen als auch zu herzhaftem Brot verarbeitet.

Die unterschiedlichen Mehltypen eignen sich zur Herstellung verschiedenster Backwaren.
Die unterschiedlichen Mehltypen eignen sich zur Herstellung verschiedenster Backwaren.
Die Mehltypen auf einen Blick:

Weizenmehl

Weizenmehl Type 405:
Das klassische Haushalts- und Kuchenmehl. Hat gute Backeigenschaften und ein hohes Bindevermögen, sodass es auch zum Andicken von Saucen verwendet werden kann.

Weizenmehl Type 550:
Gutes Mehl für helle Brote und Kleingebäck. Geht gut auf und sorgt für eine feinporige, lockere Krume.

Weizenmehl Typen 812, 1050 und 1600:
Deutlich dunkleres Mehl mit einem höheren Schalenanteil. Lässt sich gut für herzhafte Teige und Brote verarbeiten.

Weizenvollkornmehl:
Gibt es in unterschiedlichen Feinheitsgraden, die aber keinen Aufschluss über den Mineralgehalt bieten. Auch feine Vollkornmehle enthalten alle Bestandteile des Getreidekorns. Schmeckt in Kuchen, aber auch in herzhaften Teigen und Broten.

Roggemmehl

Roggenmehl Type 815:
Die niedrigste im Handel erhältliche Roggenmehltype. Wird hauptsächlich zum Backen von Brot und Kleingebäck verwendet.

Roggenmehl Typen 997 und 1150:
Werden oft zusammen mit Weizenmehl bei der Zubereitung von Mischbroten verwendet.

Roggenmehl Typen 1370 und 1740:
Werden hauptsächlich in Bäckereien verwendet. Typisch zum Backen von Roggen- und Roggenmischbroten.

Roggenvollkornmehl:
Wird wie Weizenvollkornmehl in unterschiedlichen Feinheitsgraden angeboten. Dient primär zur Herstellung von Brot.

Dinkelmehl

Dinkelmehl Type 630:
Niedrigster Ausmahlungsgrad bei Dinkelmehl. Lässt sich zu Kuchen, Kleingebäck und Brot verarbeiten.

Dinkelmehl Typen 812 und 1050:
Herzhaftere Mehlsorten, die gerne zum Backen von Brot verwendet werden.

Spezialmehle

Losgelöst vom normalen Mehl für Kuchen und Brot gibt es einige Spezialmehle, die auf die spezifischen Eigenschaften des daraus entstehenden Produkts abgestimmt sind. Dazu gehört Spätzlemehl, das sich besonders gut für die Herstellung der schwäbischen Spezialität eignet. Spätzlemehl ist etwas grobkörniger als normales Mehl und klumpt weniger.

Strudelmehl ist besonders gut für die Herstellung von dünnen Strudelteigen geeignet. Die Wasseraufnahme des Mehls ist etwas geringer, dadurch bekommt der Teig mehr Elastizität und lässt sich, wie typisch für Strudel, gut auseinanderziehen.


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db

  

Veröffentlicht von der Kochen & Backen-Redaktion
am 02/11/2011

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